Evangelische Kirche in Rotthausen, Steeler Straße 48

Link zur Trägerin: Evangelische Emmaus-Kirchengemeinde Gelsenkirchen

Kirche ohne Namen

In und um die Rotthauser Kirche halten sich die Traditionen. Zum Beispiel die Anfangszeit des Hauptgottesdienstes: Seit dem 1. Advent 1893 beginnt der Gottesdienst am Sonntag um 9.45 Uhr. Freilich stand zu dem Zeitpunkt die Kirche noch nicht. Die wurde nämlich erst am 19. Juli 1896 eingeweiht. Womit wir bei der zweiten Tradition wären. Die Erbauer verzichteten auf einen Namen für die Kirche. Das ist bis auf den heutigen Tag so. Wer sie sucht, muss sich einfach nach der „Evangelischen Kirche“ in Rotthausen erkundigen. Er oder sie wird dann an der Steeler Straße 48 fündig.

Andere Traditionen haben sich dagegen nicht durchgehalten. Zu nennen wäre das einstündige Festgeläut von 8 bis 9 Uhr am Tag der Einweihung der Kirche. (Ob man hier noch einmal die Stabilität des Glockenturms überprüfen wollte?) Oder die Ordnung des Festzuges in die neue Kirche: Vorweg ging der Posaunenchor. Es folgten die Konfirmanden, Katechumenen und der Kinderchor. Danach kam das Presbyterium mit den heiligen Geräten. Des Weiteren folgten die kirchlichen Oberen und die anwesenden Pfarrer im Ornat, die anderen Ehrengäste, die Repräsentation, der Frauenverein mit den übrigen Frauen und zum Schluss der Arbeiterverein, der Jünglingsverein und die übrigen Männer.

Die Zeit der Grundsteinlegung fällt in das siebte Jahr der Regierung des deutschen Kaisers Wilhelms II. und erfolgte knapp ein Jahr (!) vor der Einweihung am 28. Juli 1895. Als Sohn seiner Zeit plante Architekt H. Heidsiek aus Barmen die Kirche im neugotischen Stil, sicher beeinflusst durch den Weiterbau des Kölner Doms ab 1842. Als Grundform wählte er ein gedrungenes griechisches Kreuz. Das Längsschiff des Kirchenraums misst 40 Meter und das Querschiff 30 Meter. Die Kirche bietet Platz für etwa 1000 Menschen.

Die Orgel stammt von der Firma Seifert aus Köln. Seit der Zeit ihrer Inbetriebnahme wurde sie mehrfach umgebaut, zuletzt 2008.

Natürlich hatte es im Laufe der Jahrzehnte auch bauliche Veränderungen in und an der Kirche gegeben. Die Steinobelisken am Turmdach sieht man heute ebensowenig wie die Heldenehrung in den Feldern zu beiden Seiten der Altarrückwand. Auch sind auf der Orgelempore drei große Fenster zum Schutz der Orgel zugemauert worden. Dennoch fand das Kirchengebäude seine Anerkennung im Jahr 1989, als das Land Nordrhein-Westfalen es unter Denkmalschutz stellte.

„Möge denn für alle Glieder der Gemeinde Alt und Jung, Hoch und Niedrig, diese neue Kirche jahrhundertelang ein rechter Sammelpunkt, eine Segensstätte und Friedensheimat werden.“ Dieser Wunsch aus der Gründungsurkunde ist Basis einer weiteren Tradition, deren Pflege der Rotthauser Gemeinde bis heute obliegt. DB

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