Wir sind das Ruhrgebiet!

In der Thomaskirche gab es einen Schwertkampf zwischen (sehr kleinen) Franken und Sachsen

„Wie der Ruhri einmal fromm wurde“ – auf einer Europakarte trugen die Gemeindemitglieder ihre Herkunft ein.

„Wie der Ruhri einmal fromm wurde“ – auf einer Europakarte trugen die Gemeindemitglieder ihre Herkunft ein.

Klopperei in der Thomaskirche: Erst das beherzte Eingreifen der „Äbtissin von Essen“ (im Hintergrund) beendete die Haudrauf-Politik der Franken und Sachsen. FOTOS: CORNELIA FISCHER

Klopperei in der Thomaskirche: Erst das beherzte Eingreifen der „Äbtissin von Essen“ (im Hintergrund) beendete die Haudrauf-Politik der Franken und Sachsen. FOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – „Wir sind die Mannschaft, die an Gott glaubt“ – schöner als die fünfjährige Charlotte , die im Familiengottesdienst in der Thomaskirche die Fahnenträgerin der Franken darstellte, kann man es nicht sagen. Im Zweifelsfall denkt das Berger Feld immer in Fußballkategorien.

Dabei ging es doch um Kirchengeschichte! Im Kulturhauptstadtjahr fand das Gemeindefest unter dem Motto „Wir sind das Ruhrgebiet“ statt. Der Familiengottesdienst befasste sich mit der Frage, wo denn die Menschen im Ruhrgebiet alle herkommen, und wie das Christentum ins Ruhrgebiet gekommen ist. Im Eingangsbereich der Kirche mussten alle Besucher erst einmal auf einer Europakarte den Herkunftsort ihrer Vorfahren markieren. Ein deutlicher Schwerpunkt war natürlich sofort im heutigen Polen erkennbar. Dann ging es tausend Jahre zurück in die Geschichte, als um die Vorherrschaft an der Ruhr heftig gerungen wurde. Da standen sich im Gottesdienst nun kleine fränkische und sächsische Ritter gegenüber, um mit dem Schwert die Frage nach Glauben und Macht zu klären. Erst das beherzte Eingreifen der „Äbtissin von Essen“ beendete die Haudrauf-Politik der kleinen Männer. Von da an wurden die Ruhris Christen, indem sie an den Klosterschulen von Jesus Christus hörten und über alles über das Christentum lernten. Die Predigt nahm diesen Grundgedanken auf und machte deutlich, wie wichtig die kirchliche Bildungsarbeit vom Kindergarten bis zum Seniorenclub für einen vernünftigen Glauben ist, der sich nicht mehr mit Gewalt durchsetzen muss.

Mit dem „Ruhrgebiet“ ging es auch nach dem Gottesdienst weiter. Im Thomaskindergarten konnten alle Künstler mit Kohle malen, kleine Bergleute bauten sich Grubenlampen aus Konservendosen, bei einer Kohlenralley durfte man sein Geschick erproben. Am Stand der „Wuchtbrummen und Zimtzicken“ stand die Ruhrgebietssprache im Mittelpunkt. Wer erfolgreich an einem Quiz teilnahm, wurde mit einem Button belohnt. Damit entschied sich dann, ob man sich zukünftig z. B. als „Feger“ oder als „Schlickefänger“ verstehen darf.

Kulinarisch durfte dann neben den üblichen Gemeindefest-Leckereien etwas natürlich auf keinen Fall fehlen: Die Currywurst war heiß begehrt, ergänzt durch Pommes mit und ohne Schranke.

„Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, öffnet er das Fenster und betrachtet das Ruhrgebiet“ – so war es auf dem Gelände der Thomaskirche zu lesen. Wenn er sich an diesem Sonntag das Ruhrgebiets-Treiben im Bergerfeld angeschaut hat, hat er sich bestimmt nicht gelangweilt.

Ein starkes Stück Kirche!

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