Wer waren diese Männer?

Oberstufe der EGG fand Einzelheiten über Soldatenschicksale heraus

Benjamin Bork schloss für eine Besucherin eine der Vitrinen auf und zeigte ganz aus der Nähe eines der Exponate. Die Taschenuhr wurde bei einem Gefallenen gefunden und fand auf Umwegen den Weg zurück zu seiner Familie in Bismarck. Darin ist ein kleines Loch von einem Granatsplitter – vielleicht derselben Granate, durch die der Soldat den Tod fand. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – In der Bismarcker Christuskirche sind auf marmornen Gedenktafeln unter den Gemälden von Rudolf Schäfer die Namen von 269 Gefallenen des ersten Weltkriegs verzeichnet. 269 Bismarcker Evangelische, die in den Krieg zogen und nie mehr zurückkamen.

Wer waren diese Männer, aus welchen Familien, aus welchen Gesellschaftsschichten stammten sie? Mit welchen Gedanken und Gefühlen zogen sie in den zermürbenden Völkerkrieg? Wie veränderte sich die anfängliche Kriegsbegeisterung und Heldentod-Schwärmerei in ihrem Denken angesichts der Realität des sinnlosen anonymen Sterbens in den Schützengräben?

Ausgehend von diesen Fragen forschte der Historiker Benjamin Bork, Schriftführer des Fördervereins der Christuskirche, um wenigstens zu einigen der Namen Hintergrundinformationen aufzudecken. Unterstützung erhielt er dabei von Schülern der Oberstufe der Evangelischen Gesamtschule Gelsenkirchen, die sich unter der Leitung von Dr. Martin Weyer-von Schoultz zu einer Arbeitsgruppe zusammenschlossen. Durch gezieltes Suchen im Stadtarchiv und den Kirchenbüchern der Evangelischen Kirchengemeinde Bismarck sowie durch Kontakt zu noch lebenden Nachfahren konnten in mehreren Fällen interessante Erkenntnisse gewonnen werden.

Die Ergebnisse dieser Recherchen präsentiert der Förderverein der Christuskirche in einer Ausstellung, „Helden oder Opfer?“. Gezeigt werden Fotografien und persönliche Gegenstände der Gefallenen, ergänzt durch Informationen zu Berufen, familiären Hintergründen und gesellschaftlichem Umfeld. Eine allgemeine Darstellung der ideologischen Hintergründe rundet die Ausstellung ab. Thematisiert werden Aspekte wie Kaiserkult, Militarismus und Hurrapatriotismus am Vorabend des ersten Weltkriegs. In diesem Rahmen wird auch auf die Einstellung der evangelischen Kirche des Kaiserreiches zum Krieg und die Vorstellung einer göttlichen Erwählung des deutschen Volkes kritisch eingegangen. KB

Die Ausstellung „Helden oder Opfer?“ ist noch zu sehen an den nächsten beiden Samstagen, 22. und 29. September, und Sonntagen, 23. und 30. September, jeweils von 15 bis 17 Uhr in der Christuskirche, Trinenkamp 44 in Gelsenkirchen-Bismarck.

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