Was Frauen zu tragen haben

In der Bulmker Pauluskirche werden Werke aus der Künstlersiedlung Halfmannshof gezeigt

Das Kreuz aus Plexiglaswürfeln steht derzeit im Altarraum der Pauluskirche Bulmke. FOTO: CORNELIA FISCHER

Das Kreuz aus Plexiglaswürfeln steht derzeit im Altarraum der Pauluskirche Bulmke. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Seit mehr als 50 Jahren besteht zwischen der Evangelischen Kirchengemeinde Bulmke und der Künstlersiedlung Halfmannshof eine besondere Beziehung: Mitglieder der Künstlersiedlung waren es, die das im Krieg zerstörte Gotteshaus wieder aufbauten und mit ihren Werken ausstatteten. Immer wieder kam es zu Begegnungen zwischen der Gemeinde und den Kunstschaffenden, obwohl es nach mehr als einem halben Jahrhundert auf beiden Seiten längst andere Menschen sind, die die jeweilige Verantwortung tragen.Seit einigen Wochen wird in der inzwischen als denkmalgeschützten Kirche im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres eine Ausstellung mit Werken aus dem Halfmannshof gezeigt, die unter dem Thema „Kreuz“ steht. Dieses Zeichen der Christenheit hat immer wieder Männer und Frauen angeregt, auf ihre Weise deutlich zu machen, welch’ vielfältige und entscheidende Botschaft in diesen gekreuzten Linien steckt.Eine ganz besondere Arbeit hat Katja Langer, die gegenwärtige Vorsitzende der Künstlersiedlung, für die Ausstellung in der Pauluskirche geschaffen. „Alltagskreuz“ – so haben die für die Ausstellung Verantwortlichen das Werk aus durchsichtigem Plexiglas genannt, das direkt vor dem Altar in der Pauluskirche aufgebaut ist. Die junge Künstlerin (1977 im erzgebirgischen Reichenau geboren) ist nicht so ganz glücklich über diese Namensfindung. Sie möchte lieber „das Kreuz, das Frauen zu tragen haben“ darstellen. „Als Frau wird man ja auch in dieser Gesellschaft auf ein bestimmtes und festgelegtes Frauenbild zurück geworfen.“Für die Arbeit an diesem Kunstwerk hat sich Katja Langer mit einigen Frauengestalten aus der Bibel auseinander gesetzt. Maria, Deborah und Ruth sind dabei besonders von ihr aufgenommen worden. „Ich wollte zeigen, in welcher Weise diese biblischen Frauenschicksale bis in die Gegenwart der heutigen Frauen hineinwirken, oftmals in ganz und gar nicht beglückender Art.“ So hat sie einen Würfel unter das Thema „Maria“ gestellt und zeigt darin Fotos von allen möglichen Models, deren Vorname „Maria“ lautet. „Es ist erschreckend, auf wie viele Personen ich dabei gekommen bin“, erzählt sie. „In der Auseinandersetzung mit diesem Rollenverständnis bin ich zur Auseinandersetzung mit der Bibel gelangt,“ fügt sie hinzu.Einen weiteren Würfel hat Katja Langer mit verschiedenen anderen Frauennamen aus der Bibel gefüllt. Dabei erhebt sie durchaus keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber es ist schon erstaunlich, welche entscheidenden Rollen gerade die Frauen im Alten und Neuen Testament spielen. Dies sollte eigentlich einen großen Einfluss auf die Kirche(n) von heute haben.Die Kreuzform hat auf die Künstlerin, die nicht nur Objekte schafft, sondern auch fotografisch tätig ist und kulturpädagogisch arbeitet, stets einen besonderen Reiz ausgeübt: “Die Dynamik der Horizontalen und Vertikalen, die auseinanderstreben und doch zusammengehören, sind ausgesprochen faszinierend.“ Seit fünf Jahren lebt und arbeitet Katja Langer in Gelsenkirchen.Die Ausstellung „Kreuz“ in der Bulmker Pauluskirche wird noch bis zum 31. Oktober gezeigt. Geöffnet ist sie jeden Sonntag von 10 bis 11 und 12 bis 14 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 02 09 / 81 12 77.Geplant sind weitere begleitende Veranstaltungen zum Thema, deren Termine in der Kirchengemeinde Bulmke erfragt werden können.

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