Von „Hochstaplern“ und Herzensdingen – Verabschiedung von Pfarrer Frank Füting und Kirchenmusiker Georg Rosche

Gelsenkirchen-Buer. Die evangelische Matthäuskirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Christus-Kirchengemeinde Buer gleich zwei verdiente Wegbegleiter verabschiedete: Pfarrer Frank Füting und Kirchenmusiker Georg Rosche wurden in einem festlichen Gottesdienst mit viel Herzlichkeit, Humor und Dankbarkeit in neue Lebensabschnitte begleitet.

Schon zu Beginn wurde deutlich, dass dieser Abschied kein trauriger sein sollte. Unter dem Motto „Ein Abschied voller Freude“ brachte Pfarrerin Elga Zachau einen bunten Strauß aus Luftballons zum Altar. Die fröhlichen Farben spiegelten die Stimmung in der Kirche wider: Viele Gäste waren gekommen, um gemeinsam zurückzublicken, Danke zu sagen und zu feiern.

Pfarrerin Elga Zachau mit Pfarrer Peter Schmidt im Dialog

Superintendent Heiner Montanus bei seiner humorvollen Ansprache an Pfarrer Frank Füting

Zur Entpflichtung bekommt Frank Füting ganz persönliche Segenswünsche

Kirchenmusiker Georg Rosche wird von Pfarrer Peter Spelsberg verabschiedet

Der Talar wird symbolisch abgelegt. Kirchenmusiker Georg Rosche staunt

Ab in die Kletterausrüstung!

Jakob hat es schon mal geschafft! Hannah ist begeistert.

Auch Pfarrerin Mirjam Domke schaffte es hoch hinaus.

Pfarrer Frank Füting auf zum Weg zum „Hochstapler“ des Tages.

Die Schwester von Frank Füting schafft schließlich den Sieg.

Der Gottesdienst wurde vom gesamten Pfarrteam der Christus-Kirchengemeinde gestaltet und untermalt von der virtuosen musikalischen Begleitung durch Kreiskantor Andreas Fröhling an der Orgel. Dabei wurde immer wieder deutlich, welchen Eindruck Pfarrer Frank Füting in den vergangenen Jahren hinterlassen hat. Zur Hälfte als Pfarrer in der Gemeinde und zugleich kreiskirchlicher Krankenhausseelsorger war er vor allem eines: ein Mensch für Menschen. Mit seiner offenen und gewinnenden Art habe er leicht Kontakte geknüpft und Menschen für Kirche begeistern können, berichteten Weggefährten. Ob in der Seelsorge, in der Gemeindearbeit oder ganz praktisch beim Anpacken: Frank sei immer zur Stelle gewesen. „Die Zusammenarbeit mit ihm hat einfach Spaß gemacht“, war zu hören.

In seiner Abschiedspredigt stellte Füting den Vers aus dem 2. Timotheusbrief in den Mittelpunkt: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ An diesem Gedanken entlang erzählte er von seinem beruflichen Weg als Gemeinde- und Schulpfarrer, Krankenhaus- und Notfallseelsorger. Besonders die Begegnungen mit Menschen hätten ihn geprägt und bereichert, sagte er. Die Arbeit in der Gemeinde, im Trauercafé und in der Krankenhausseelsorge habe ihm viele wertvolle Erfahrungen geschenkt.

Ein Satz zog sich dabei wie ein roter Faden durch seine Ausführungen: „Die Menschen im Rücken, nicht im Nacken.“ Vertrauen, Offenheit und Zuversicht seien für ihn wichtige Begleiter gewesen. Sein persönliches Credo lautete: „Ich bin gerne Pfarrer. Gott wird es gut mit mir meinen.“ Besonders ans Herz gewachsen sei ihm die Konfirmandenarbeit. Und auch seiner Leidenschaft für die Notfallseelsorge bleibt er treu: Diese werde er künftig ehrenamtlich fortführen.

Der Superintendent Heiner Montanus würdigte in seiner Ansprache das langjährige Engagement von Pfarrer Frank Füting und dankte ihm für seinen Dienst. „Du warst eine Bereicherung für uns alle,“ so Montanus. Nach der offiziellen Entpflichtung bildete das Team einen Segenskreis und sprach ihm gute Wünsche für die Zukunft zu. Die Gemeinde antwortete mit langanhaltendem Applaus.

Im Anschluss wurde auch Kirchenmusiker Geog Rosche verabschiedet. Die große Wertschätzung der Gemeinde zeigte sich eindrucksvoll in herzlichem Beifall und sogar Standing Ovations.

Doch damit war das Fest noch nicht beendet. Ganz im Stil des beliebten Pfarrers wurde es noch einmal humorvoll: Unter großem Gelächter legte Frank Füting symbolisch seinen Talar ab und lud die Gemeinde zum gemeinsamen Buffet ins Gemeindehaus ein. Draußen auf der Wiese wartete noch eine Attraktion. Unter dem Motto „Schlag den Frank“ konnten Kinder und Erwachsene beim Kistenstapel-Klettern antreten und versuchen, höher hinauszukommen als der scheidende Pfarrer. Die Jugend der Christus-Kirchengemeinde sorgte für die sichere Durchführung des Wettbewerbs und begleitete den Spaß mit großem Engagement.

Am Ende hatte allerdings nicht Frank die Nase vorn: Die „Hochstaplerin“ des Tages war  seine Schwester, die beim Kistenstapel-Klettern mit neun Kästen die größte Höhe erreichte. So endete ein Fest, das perfekt zu seinem Anlass passte: mit viel Freude und Dankbarkeit und vielen Menschen, die ihrem Pfarrer und ihrem Kirchenmusiker von Herzen „Danke“ sagen wollten.

Text und Photos: Jutta Pfeiffer