Unterschiedliche Begriffe von Armut

Oberbürgermeister Frank Baranowski empfing die Gäste aus Morogoro

Unterhielten sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Reginald Makule, Frank Baranowski und Jacob Mameo (von links).

Unterhielten sich über Unterschiede und Gemeinsamkeiten: Reginald Makule, Frank Baranowski und Jacob Mameo (von links).

Die Delegation trug sich in das Gästebuch von Schloss Horst ein.

Die Delegation trug sich in das Gästebuch von Schloss Horst ein.

Oberbürgermeister Frank Baranowski empfing die Gäste aus Morogoro im Kaminzimmer. FOTOS: CORNELIA FISCHER

Oberbürgermeister Frank Baranowski empfing die Gäste aus Morogoro im Kaminzimmer. FOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – „Gäste von so weit her haben wir selten“, sagte Frank Baranowski und lud Bischof Jacob Mameo mit seiner Delegation herzlich dazu ein, sich in das Gästebuch von Schloss Horst einzutragen. Wo sonst der Bund für’s Leben geschlossen wird, im Kaminzimmer des zweitältesten Gebäudes der Stadt Gelsenkirchen, hat der Oberbürgermeister am Montag (10. Juni) sechs Besucher aus Tansania empfangen.

Anlass war das Jubiläumsjahr der Partnerschaft zwischen dem Kirchendistrikt Morogoro und dem Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid. Seit 30 Jahren gibt es gegenseitige Besuche und Austausch darüber, wie hier und dort unter ganz verschiedenen Lebensbedingungen der christliche Glaube gelebt wird. „Unsere Partnerschaft ist erwachsen geworden“, beschreibt es Pfarrer Klaus Venjakob (Buer), der Vorsitzende des kreiskirchlichen Ökumene-Ausschusses.

Aufgrund des lustigen Namens stellt man sich unter Morogoro vielleicht ein kleines Dorf mitten in der Steppe vor. Tatsächlich ist es eine der größten Städte Tansanias mit rund 300.000 Einwohnern, die rasant wächst. Der Kirchendistrikt Morogoro (Evangelisch-Lutherische Kirche Tansanias) zählt rund 17.000 Gemeindeglieder in 13 Kirchengemeinden.

Der Oberbürgermeister sprach den augenfälligsten Unterschied zwischen den beiden Städten gleich an. „You are growing, we are shrinking“ (Sie wachsen, wir schrumpfen) brachte er es auf den Punkt. Und so kam es schnell zu einem regen Austausch zwischen ihm und Bischof Mameo (53) sowie Distrikt-Pastor Reginald Makule (51), Pastor Paul Thomas (36), Norbert Mbwillo (45) und den beiden Damen Lunyamadzo Gillah (43) und Natujwa Mellau (49). Was die größte Herausforderung sei für ihn als Oberhaupt der Stadt, wollte Bischof Mameo von Baranowski wissen. Oft nicht genug finanzielle Mittel für alle kommunalen Aufgaben zu haben, meinte Baranowski spontan. Von da aus war es ein kleiner Schritt zu den ganz unterschiedlichen Begriffen und Erfahrungen von Armut in Deutschland und in Tansania. Sehr interessiert zeigten sich die Gäste im Blick auf das Zusammenleben der Konfessionen und Religionen. „Was passiert, wenn ein tansanischer Muslim mit vier Ehefrauen nach Gelsenkirchen kommt“, wollte Norbert Mbwillo wissen. Das Gespräch zeigte, wie unterschiedlich sich die Fragen der Integration stellen, da der Islam in Tansania anders gelebt wird und die älteren Rechte hat, während er nach Deutschland erst in den 1970-er Jahren im Wesentlichen aus der Türkei kam.

Zum Abschied gab es einen Gesang, wie er in Schloss Horst in seiner nahezu fünfhundertjährigen Geschichte vielleicht noch nie zu hören war. Die Gäste aus Tansania sangen sechsstimmig als Dank für die Gastfreundschaft – und zur Ehre Gottes: ein Lied von verschiedenen Menschen, die zusammen gehören, weil sie einem guten Hirten folgen: Jesus Christus <media 3720>[hier ein kurzer Ausschnitt]</media>.

Wer die Gäste aus Morogoro erleben und kennenlernen möchte, ist herzlich eingeladen zu folgenden Gottesdiensten am kommenden Wochenende:

Samstag, 15. Juni (mit allen Gästen)
18 Uhr, Paul-Gerhardt Kirche Horst, Industriestraße 38

Sonntag, 16. Juni (mit verschiedenen Gästen)
9.30 Uhr Apostelkirche Buer, Horster Straße 35
11 Uhr Evangelisches Gemeindezentrum Markus, Biele 1
11 Uhr Friedenskirche Schalke, Königsberger Straße 120

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