Umkehr zum Leben, in die Freiheit

Wolf Dähne war Gastprediger in der Altstadtkirche

Wolf Dähne machte die Öffnung der Mauer zwischen West und Ost als Befreiungserlebnis lebendig. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – „20 Jahre nach der Wende“ lautete in diesem Jahr das Stichwort beim Sozialpolitischen Buß- und Bettag der Christlichen Sozialverbände Gelsenkirchen. Das Evangelische Industrie- und Sozialpfarramt richtet diese Veranstaltung zusammen mit den Bezirksverbänden der Evangelischen und Katholischen Arbeitnehmerverbände sowie der Kolpingsfamilien aus.

Gastprediger war Wolf Dähne aus Dresden. Der ehemalige Superintendent aus Dippoldiswalde (Sachsen) hat die Öffnung der Grenze hautnah erlebt und am friedlichen Aufstand der DDR aktiv mitgewirkt. Eindrücklich erzählte er von den Tagen im November 1989 und machte sie als Befreiungserlebnis lebendig. „Wir hatten elementar und mitten in der heißen Spannung der Tage – mit zitternden Knien die Kerzen in den Händen – eine uns tragende Gewissheit in uns: ‚Zur Freiheit hat uns Christus befreit!’ Da waren wir in der Freiheit angekommen“.

Nach der Kirche im Sozialismus hat Dähne nun 20 Jahre Kirche im Kapitalismus erlebt – und stellte kritische Fragen: „Haben wir vielleicht jene kostbare Freiheitserfahrung von damals gegen die Freiheitsrechte des Grundgesetzes eingetauscht? Das Bangen um eine Reisegenehmigung gegen das Bangen auf den nächsten Zahltag der Hartz-IV-Bezüge hin? Haben wir als Kirchen und Gemeinden die bürgerliche Freiheit, in der wir leben und arbeiten dürfen, gegen ein Missverständnis jener großen Freiheit durch Christus erkauft?“

Am Buß- und Bettag sprach er der Gemeinde Mut zu. „Buße heißt Umkehr. Und alle wirklich großen Bewegungen begannen in den Köpfen und Herzen einzelner Menschen, die damit ihre Umkehr zum Leben, in die Freiheit, vollzogen.“

Nach dem Gottesdienst in der Evangelischen Altstadtkirche blieben Gemeinde und Prediger zum informellen Gespräch beisammen. Einige schilderten eigene Erfahrungen aus der ehemaligen DDR, andere zeigten großes Interesse an den Lebensbedingungen im damaligen „Arbeiter- und Bauernstaat“.

„Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, welche Rolle die Kirche heute im Kapitalismus spielt – und welche sie spielen sollte“, berichtete Industrie- und Sozialpfarrer Dieter Heisig. KB

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