Spielfeld Ehrenamt

Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid will ehrenamtliches Engagement stärken

Die ehrenamtliche Arbeit im Kirchenkreis liegt lange noch nicht am Boden: Franziska Schwesig und Martin Neuhoff betrachten das Spielfeld. FOTO: DIRK BÜLTMANN

Ein Vier-Ecken-Spiel regte zur Reflexion über die eigene ehrenamtliche Tätigkeit an. FOTO: DIRK BÜLTMANN

GELSENKIRCHEN – Kirche lebt seit jeher vom ehrenamtlichen Engagement. Zukünftig wird sich daran nichts ändern. Im Gegenteil: Viele Arbeitsbereiche können durch rückläufige Kirchensteuereinnahmen und durch den Wegfall von Personal nur noch von Ehrenamtlichen getragen werden. Mehr denn je sind deshalb qualifizierte Bildungsmaßnahmen gefragt.

Am 10. Januar hat der erste Studientag „Bildung und Ehrenamt“ stattgefunden. Superintendent Rüdiger Höcker, Pfarrerin Antje Röckemann, Genderreferat, und Marianne Jagodzinski, Erwachsenenbildung, hatten jeweils drei Personen aus den sechs Kooperationsräumen des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid dazu eingeladen. Ziel war es, über Inhalte und Struktur der Aus-, Fort- und Weiterbildung für Ehrenamtliche ins Gespräch zu kommen. Martina Dröttboom, Ökonomin im Frauenreferat der Landeskirche, und Dieter Rothardt, Pfarrer der Landesmännerarbeit, moderierten die Veranstaltung im Gemeindehaus Grieseplatz in Bismarck.

„Der Studientag ist als Auftakt gedacht, um über Organisationsentwicklung mit Ehrenamtlichen nachzudenken“, erläuterte Dröttboom gleich zu Beginn. Und Rothardt zeigte das Vorzeichen auf, unter dem die Arbeit mit Ehrenamtlichen zu stehen hat: „Die Freiwilligkeit im Ehrenamt muss einen hohen Stellenwert behalten.“

Zu Beginn des Tages reflektierten die Teilnehmenden ihre eigene ehrenamtliche Tätigkeit, die sich für die meisten vielschichtig darstellte: als Ausdruck des Glaubens, als Bereicherung für die eigene Person, als Ort von Konflikten oder als Dienst, den sonst niemand tun würde.

Zentraler Ort der Veranstaltung war eine Spielfläche auf dem Boden des Gemeindesaals. Zunächst benannten die Teilnehmenden die ehrenamtlichen Arbeitsfelder im Kirchenkreis, die auf Moderationskarten geschrieben und auf der Spielfläche verteilt wurden. Es entwickelte sich eine lebendige Diskussion darüber, wie die Arbeitsfelder gruppiert werden können und ob ehrenamtliche Arbeit eine gemeinsame Mitte, wie etwa den Gottesdienst oder die Liebe zu den Menschen, haben sollte. Mit Spielfiguren aus Pappe ordneten sich die Teilnehmenden ihren eigenen Arbeitsbereichen zu, um von da aus das gesamte Spielfeld in den Blick zu nehmen. Es ergaben sich zahlreiche Beobachtungen: Die Menschen in den anderen Bereichen wurden wahrgenommen, die Kommunikation wurde als wichtiges Bindemittel erkannt und die Frage nach der Vernetzung der Bereiche wurde gestellt.

Das Spielfeld füllten die Teilnehmenden anschließend mit Überlegungen darüber, welche Unterstützung die Ehrenamtlichen außerhalb des Kirchenkreises in Anspruch nehmen können. Genannt wurden beispielsweise die Institute der Evangelischen Kirche von Westfalen, die Hilfen von Land, Bund und Europäischer Union oder die Redakteure der Lokalpresse.

Abschließend richtete sich der Blick auf die Zukunft: Was braucht die ehrenamtliche Arbeit im Kirchenkreis, um sich lebendig weiterentwickeln zu können? Vernetzung, einen gesicherten Informationsfluss und regelmäßige Mitarbeitendengespräche waren nur einige der Punkte, die angesprochen wurden.

Viele Fragen blieben natürlich offen: Wie werden Information, Kommunikation und Beteiligung zukünftig organisiert? Wie gelingt eine Vermittlung von Einzelperspektive und Gesamtstrategie? Welche professionelle Begleitung braucht das Ehrenamt? Diese und andere Fragen sollen bei weiteren Studientagen zum Thema „Bildung und Ehrenamt“ bedacht werden. „Wir sind gespannt, wie es weiter geht!“, war der einhellige Tenor bei allen Beteiligten. DB

 

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