Sie können für sich selber sprechen

Pastor Wolfgang Döring ist Mitautor eines Buches über Theologie und Behinderung

Wolfgang Döring ist Mitautor des soeben erschienenen Buches „Grenzen in einem weiten Raum“. FOTO: WILLI EVERDING

GELSENKIRCHEN/ BIELEFELD-BETHEL/ LEIPZIG – An einem Buch besonderer Art hat der Betheler Pastor Wolfgang Döring jetzt mitgearbeitet: Der Theologe, der kürzlich noch die angehenden Heilerziehungspfleger und Heilerziehungspflegerinnen in der Gelsenkirchener Fachschule besuchte, um mit ihnen über den Themenbereich „Pflege, Dokumentation und Menschenwürde“ nachzudenken, veröffentlichte zusammen mit anderen Autorinnen und Autoren einen Band, in dem der Übergang von der Betreuung behinderter „Objekte“ zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen als eigenständige „Subjekte“ deutlich markiert wird. „Sie können für sich selber sprechen, auch in der Theologie“, heißt es im Klappentext des Buches.

Wolfgang Döring, der mit einer Spastik, die zum Teil auch die Sprechwerkzeuge betroffen hat, sowie einer Bewegungsunruhe geboren wurde, weiß wovon er redet. Immer wieder erlebt er es, dass „über“ ihn gesprochen wird, statt „mit“ ihm. Auch registriert er bei seinen Begegnungen mit anderen Menschen häufig eine ziemliche Befangenheit bei seinem Gegenüber. Dies war übrigens auch bei den Gelsenkirchener Studierenden deutlich zu beobachten, als sie kürzlich den ostwestfälischen Gästen gegenüber saßen. „Mich hat das überhaupt nicht erstaunt“, erzählt er. In seinen Texten, die von den Gelsenkirchener Studierenden mit großem Interesse gelesen werden, macht er unter anderem deutlich, dass die Frage nach dem „warum?“ nicht das Wesentliche ist, sondern die Tatsache, dass Gott die Menschen so annimmt, wie sie sind, auch mit ihren jeweiligen Behinderungen. „Bei Gott sind wir bedingungslos geborgen“, unterstreicht er.

Seit nunmehr fünf Jahren arbeitet der Betheler Pastor, Gestalt-Berater, Gruppenleiter und Pädagoge im Bereich der Ambulanten Psychiatrie. Begleitet wurde er bei seinem Gelsenkirchener Besuch von der Bielefelder Pfarrerin Vera Maaß, die in ihrem Kirchenkreis in der Gehörlosenseelorge tätig ist. Die Theologin kennt Behinderung ebenfalls aus eigener Erfahrung: Sie wurde mit einer so genannten Tetraspastik geboren, bei der die Arme und  Beine sowie der Rumpf betroffen sind. WE

Das Buch „Grenzen in einem weiten Raum – Theologie und Behinderung“ erschien in diesen Tagen bei der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig.

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