Sich nicht daheim verkriechen

Zehn Jahre Trauercafé Gelsenkirchen-Mitte

Seit zehn Jahren findet das Trauercafé donnerstags im Erdgeschoss des Kirchenkreis-Hauses statt. FOTO: CORNELIA FISCHER

Seit zehn Jahren findet das Trauercafé donnerstags im Erdgeschoss des Kirchenkreis-Hauses statt. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Es war ein sonniger Tag im Mai 2003, als das Trauercafé in der Pastoratstraße 10 erstmals seine Türen öffnete. Pfarrerin Marlies Höhne, damals Seelsorgerin im Marienhospital, und Pfarrer Klaus Bombosch, Seelsorger an den Evangelischen Kliniken, hatten die Idee, ein offenes Angebot für trauernde Menschen zu machen. Viele werden mit dem Verlust eines wichtigen Menschen nicht allein fertig und brauchen Gesprächspartner. In zwangloser Atmosphäre bei einem Kaffee mit anderen ins Gespräch kommen, die das gleiche Schicksal teilen, das war der Gedanke für die Gründung eines Trauercafés.

Schnell gab es auch ehrenamtliche Mitarbeiterinnen. Elsbeth Cybik und Liselotte Goßmann sind noch heute dabei und jeden Donnerstag im Einsatz. „Wir wollen nicht nur vom Tod reden, sondern auch mal Lachen können und etwas zusammen unternehmen“, so sagte es Elsbeth Cybik damals. Und so ist es auch geworden. Das Trauercafé wurde eine Begegnungsstätte, eine Anlaufstelle für die schwere Zeit der ersten, heftigen Trauer. „Das Trauercafé ist mein neuer Lebensinhalt geworden“ erzählte Anneliese Hünerbein. „Neue Freundschaften sind entstanden, aber am Anfang fühlte ich mich doch schon etwas fremd“, so Margret Junker. Weit über 1000 Eintragungen zählt das Gästebuch im Laufe der Zeit. Einige, die von Anfang an dabei waren, sind geblieben, andere haben sich nach einiger Zeit wieder verabschiedet. „Ich bin froh für die Zeit im Trauercafé, habe aber jetzt einen neuen Partner gefunden. Ich werde nicht mehr kommen.“ Und das ist auch gut so. Alles hat seine Zeit: Verlieren hat seine Zeit, Suchen hat seine Zeit; Weinen hat seine Zeit, Lachen hat seine Zeit.

„Es ist schön, gemeinsam etwas zu unternehmen. Nicht, wie ich es lange gemacht habe, sich zu Hause zu verkriechen, sondern sich mit anderen verabreden.“ Auch das kann man im Trauercafé. Es befindet sich in der Pastoratstraße 10 und ist in der Regel am Donnerstag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen begrüßen Neuankömmlinge und helfen dabei, sich ein wenig einzufinden beim ersten Besuch.

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