Sich des Unrechts bewusst werden

In Gelsenkirchen wird der „Stolperstein“ für Hulda Silberberg verlegt

Der „Stolperstein“ für Hulda Silberberg wird in diesen Tagen vor ihrem ehemaligen Wohnhaus verlegt. FOTO: WILLI EVERDING

Der „Stolperstein“ für Hulda Silberberg wird in diesen Tagen vor ihrem ehemaligen Wohnhaus verlegt. FOTO: WILLI EVERDING

GELSENKIRCHEN – Bitter kalt war es in Gelsenkirchen, es fiel leichter Schnee – ein richtig ungemütlicher Tag. Alles andere als gemütlich war es auch, was der Kölner Künstler Gunter Demnig an verschiedenen Orten der Ruhrgebietsstadt vorhatte: Er wollte mit so genannten „Stolpersteinen“ an zwölf jüdische Opfer der nationalsozialistischen Diktatur erinnern. Im Auftrag des Gedenkprojektes „Gelsenzentrum e.V.“ sollte damit erneut an den Tod von unschuldigen Menschen während der nationalsozialistischen Barbarei erinnert werden. In diesem Jahr war auch Hulda Silberberg unter denjenigen, an die gemahnt werden sollte. Sie ging im Januar 1942 mit 58 Jahren selbst in den Tod, um der Deportation in ein Vernichtungslager der Nazis zu entgehen. Hulda Silberberg war die Tante von Helmut Silberberg, der ebenfalls aus Gelsenkirchen stammt und in Amsterdam mit dem jüdischen Mädchen Anne Frank befreundet war. Anne Frank berichtete davon in ihrem weltberühmten Tagebuch, wenn sie von ihrem Freund „Hello“ schreibt. Helmut Silberberg lebt heute unter dem Namen Ed Silverberg in den USA und pflegt einen regen Kontakt zu einigen Menschen in seiner Vaterstadt und war hier an mehreren Projekten im Religionsunterricht beteiligt.

Gunter Demnig hat inzwischen mehr als 20.000 Stolpersteine in vielen Ländern Europas verlegt. Finanziert wird diese Aktion in der Regel durch Patenschaften. So war es auch in Gelsenkirchen. Für das Mittel der Stolpersteine hat sich der Künstler entschieden, weil er auf diese Weise die Menschen auf der Straße erinnern will, sich des Unrechts bewusst zu werden, das damals geschehen ist. „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“, sagt der Künstler zu seiner Aktion. Vor dem Wohnhaus des jeweiligen Opfers wird auf einem Pflasterstein eine kleine Gedenktafel aus Messing mit dem Namen und wenigen Daten des toten Menschen in den Gehweg eingesetzt  Die Vorübergehenden werden auf diese Weise nicht nur an den Betreffenden erinnert, sondern sie müssen auch ein wenig den Kopf senken, um die Inschrift des Pflastersteins zu lesen. „Auf diese Weise verneigen sich die Vorübergehenden vor dem Opfer“, begründet Gunter Demnig seine Idee.

Bitter kalt war es in Gelsenkirchen – so kalt, dass es dem Künstler unmöglich war, die Gedenksteine an diesem Tag in das gefrorene Straßenpflaster einzufügen. Dies wird aber nachgeholt, sobald es möglich ist. Auf jeden Fall ist die Aktion ein Anstoß, dass die Herzenskälte unter dem Menschen geringer werden kann. WE

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