Schreibversuche in den Waschraum verlegt

Die Kindergartenkinder klebten ihre Reformationsthesen an das Portal der Thomaskirche

Da kamen eine ganze Menge Wünsche zusammen: Die Kindergartenkinder klebten ihre Bilderthesen an das Portal der Thomaskirche im Berger-Feld. FOTO: CORNELIA FISCHER

Da kamen eine ganze Menge Wünsche zusammen: Die Kindergartenkinder klebten ihre Bilderthesen an das Portal der Thomaskirche im Berger-Feld. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – „Martin Luther hat nen Hut, eine Bibel und viel Mut. Der St. Martin hat ein Schwert, einen Mantel und ein Pferd“. Mit diesem Merkvers werden im Thomaskindergarten im Berger Feld die beiden „Martinsfeste“, die so eng beieinander liegen, unterschieden. Dabei wissen die kleinen Protestanten viel mehr als so mancher Erwachsener. In der Woche vor dem Reformationsfest konnten sie spielerisch erfahren, wie es ist, wenn man sein ganzes Geld für „so’n blöden (Ablass-) Brief“ an die Kirche bezahlen muss und sich dann nichts mehr zu essen kaufen kann. Dabei ist Gott doch für alle da. Deshalb wurden die gezahlten (Schoko-) Goldtaler nach dem Rollenspiel auch zurückgegeben und durften dann aufgegessen werden.

Dass Martin Luther sich bei der damaligen Kirche unbeliebt gemacht hatte, weil die Leute nach seinem Protest nun das Geld nicht mehr bezahlten, hat den Kindergartenkindern sofort eingeleuchtet. Und sogar, dass ein „Fürst“ Luther entführt hatte, um ihn zu retten, wusste jemand zu berichten. Auf der Wartburg schrieb Luther dann die Bibel auf deutsch auf. Der Versuch, mit Feder und Tinte zu „schreiben“, wurde im Kindergarten vorsichtshalber in den Waschraum verlegt. Die Schwierigkeiten mit dem ungewohnten Schreibwerkzeug führten zu der Vermutung, „dass der Luther das wohl mit der Bibel gar nicht geschafft hat“. Aber er schaffte es doch und hatte ja vorher schon aufgeschrieben, was er alles nicht richtig fand und wie die Kirche eigentlich sein müsste.

„Luther“ – Simon durfte die gemalten „Thesen“ der Kinder an die Kirchentür kleben. Vorher hatte er sich im Pfarrhaus einen „Luther-Hut“ ausgeliehen. Am Reformationsfest konnten alle Kirchenbesucher sehen, wie sich die Kinder ihre Kirche vorstellen und was sie sich für ihre Kirche wünschen. Die Pfarrer wird es gefreut haben, dass „viele Leute in die Thomaskirche kommen sollen“. Es gab auch einen ganz persönlich gefärbten Wunsch: „Die Mama soll in der Thomaskirche heiraten den Papa“. Das gemeinsame Vaterunser-Lied beschloss das Reformationsfest im Kindergarten – und Simon musste zu seinem Bedauern den „Luther-Hut“ wieder abgeben.

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