Religiöse Bildung als Pilotprojekt für NRW

In der Kindertagesstätte am Rotthauser Markt gab es eine christliche Erntedankfeier für Kinder aller Religionen

Gemeinsam mit den Erzieherinnen Elke Mirto (hinten links) und Susanne Temminghoff sowie Pfarrer Rolf Neuhaus feierten die Kinder Erntedank. FOTO: CORNELIA FISCHER

Gemeinsam mit den Erzieherinnen Elke Mirto (hinten links) und Susanne Temminghoff sowie Pfarrer Rolf Neuhaus feierten die Kinder Erntedank. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Dass kürzlich im städtischen Kindertagesstätte (Kita) Rotthauser Markt eine Erntedankfeier stattfand, ist eines der vielen Ergebnisse des in Nordrhein-Westfalen bisher einmaligen Projektes „Religiöse Bildung in Tageseinrichtungen für Kinder“.

„In unseren Einrichtungen gibt es viele muslimische Kinder“, sagte Holle Weiß, Fachberaterin bei GeKita (Gelsenkirchener Kindertagesbetreuung), „deshalb haben wir uns schon sehr früh mit dem Islam beschäftigt. Daraus ergab sich die Frage nach der eigenen religiösen Herkunft.“ Mit dieser Frage stieß GeKita bei Ilse Balbach-Westphal, bis 2008 Kindergarten-Fachberaterin des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid, auf offene Ohren. Gemeinsam mit Pfarrer Ulrich Walter vom Pädagogischen Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen, entwickelten die beiden Fachberaterinnen eine Fortbildung für religiöse Bildung. Das Angebot stieß auf großes Interesse. Statt der anfangs geplanten 3 bis 5 Einrichtungen kamen Anmeldungen aus 11 städtischen Kitas.

In 2008 fand die Fortbildung statt. Seitdem haben die Absolventinnen Arbeitsgruppen gebildet, in denen sie Konzepte entwerfen und sich über ihre Erfahrungen austauschen. „Es gibt ja kaum Projekte, auf die wir zurückgreifen könnten“, so Holle Weiß. „Vieles entwickeln wir ganz neu. Die Praxis der Evangelischen Kindergärten ist eine ganz andere. Dort geht es dezidiert um religiöse Erziehung. Wir dagegen wollen das Recht der Kinder auf Bildung, auch in Fragen der Religion, umsetzen.“

Thematisch orientieren sich die Einrichtungen meist an den Jahreszeiten und greifen in diesem Kontext die die religiösen Feste auf. Dazu kommen besondere Ereignisse wie zum Beispiel die Teilnahme an einer Taufe. „Wir arbeiten eng mit den Eltern zusammen und präsentieren ihnen unsere Pläne“, versicherte Weiß. Die meisten begrüßten die religiöse Bildung und auch muslimische Eltern seien mit der Teilnahme ihrer Kinder an einem Taufgottesdienst einverstanden.

Jeder Einrichtung, die an dem Pilotprojekt teilnimmt, ist ein Pfarrer oder eine Pfarrerin des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid  zugeordnet, um in fachlichen Fragen weiter zu helfen oder Begegnungen zu gestalten. Einer von ihnen ist Rolf Neuhaus, mit einer halben Stelle Gemeindepfarrer in Rotthausen. Gemeinsam mit Erzieherin Elke Mirto hat er die Erntedankfeier für Kinder quer durch alle Konfessionen und Religionen vorbereitet und durchgeführt. Die Kinder führten ein kleines Theaterstück über einen Obstgarten auf. Zur Idee des Teilens erzählte Pfarrer Neuhaus die biblische Geschichte von der Speisung der 5000. Die Kinder spielten die Geschichte in ihrer eigenen Welt nach. Was passiert, wenn alle Kinder das mitgebrachte Obst teilen mit dem einen Kind, das keines mitbringen konnte? Dieses Problem wurde zunächst theoretisch und dann auch praktisch gelöst. Um das Teilen konkret zu erleben, gab es Obstsalat.

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