Qualität im Ganztag – wie hoch ist der Preis?

Landtagskandidaten stellten sich den Fragen zur Qualität im Offenen Ganztag an Schulen

Gleiche Bildungschancen für Alle? Bei der Debatte um die Ausstattung des Offenen Ganztags an Schulen ging es hoch her. FOTO: CORNELIA FISCHER

Gleiche Bildungschancen für Alle? Bei der Debatte um die Ausstattung des Offenen Ganztags an Schulen ging es hoch her. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Zu einer Diskussionsveranstaltung zur offenen Ganztagsschule in der Grundschule kamen am Mittwoch, 17. März, im Kommunikationszentrum Erich- Kästner-Haus etwa 200 Eltern, Mitarbeitende im Ganztag, Lehrerinnen und Lehrer sowie Trägervertreter zusammen. Dem Gespräch stellten sich die Landtagskandidaten Heike Gebhard (SPD), Oliver Wittke (CDU), Paul Humann (Bündnis 90/Grüne) und Christoph Klug (FDP).

Die Form der Veranstaltung orientierte sich an der Quizshow „Der große Preis“. Auf einer Wand hinter den Politikern waren unter den Kategorien Eltern, Schule, Mitarbeitende und Träger jeweils vier Fragen an die politischen Gäste in Stichworten zunächst verdeckt formuliert. Nach der Auswahl einer Kategorie durch eine Politikerin / einen Politiker wurden Themen wie Verhaltensauffällige Kinder in der OGS, die Vielfalt der Anforderungen an Mitarbeitende, die unzureichende Personalausstattung und Finanzierung der OGS diskutiert.

Hoch her ging es bei der Antwort von Wittke, der verteidigte, dass es in den vergangenen Jahren zunächst um einen quantitativen Ausbau der OGS gehen musste, um die große Nachfrage der Eltern nach Plätzen zu erfüllen. Für diese Antwort erntete er viel Missfallen aus dem Publikum in Form von roten Karten, die hochgehalten wurden. Wittke sagte auf Nachfrage zu, dass es zu Beginn der nächsten Legislaturperiode um eine Erhöhung der seit 2003 unveränderten Pauschale des Landes pro Kind von 615 € gehen muss. Für die SPD machte Gebhard deutlich, dass der Vorschlag der Landtagsfraktion, bereits im diesjährigen Haushalt die Mittel pro Kind auf 690 € zu erhöhen, durch den Landtag in Düsseldorf abgelehnt wurde.

Eine Mutter fragte, warum die OGS in Hilden mit 2800 € pro Kind, in Gelsenkirchen dagegen mit etwa 1600 € pro Kind gefördert wird. Schließlich müsse es gleiche Bildungschancen für alle Kinder in NRW geben. In seiner Antwort wies Wittke darauf hin, dass die OGS eine Gemeinschaftsaufgabe der Kommunen und Kreise sei und die Prioritäten in der Finanzierung bei den Kommunen unterschiedlich gesetzt werden. Klug von der FDP teilte die Auffassung, dass zusätzliche Mittel im Bereich der Bildung eingesetzt werden müssen. Zur Finanzierung schlug er wiederholt den Abbau der Steinkohlesubventionen vor.

Die lebhafte Debatte ging nach knapp zwei Stunden mit dem Appell eines Schulleiters an die Politik zu Ende, sich nach der Landtagswahl über Parteigrenzen hinweg zusammenzusetzen, um schnell zu einer tragfähigen Lösung bei der unzureichenden Finanzierung der OGS zu kommen. Nach der Schaffung der Quantität stehe die Qualität im Ganztag auf dem Spiel.

Als Träger für den offenen Ganztag von 12 bis 16 Uhr sind in Gelsenkirchen die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die Caritas, der Bauverein Falkenjugend und der Evangelische Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid verantwortlich. Der Kirchenkreis hat an insgesamt 16 Grundschulen die Trägerschaft übernommen. HeMo

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