Ohne Feiertag droht ein kollektives Burnout

Beim Neujahrsempfang der Stadt Gelsenkirchen sprach Margot Käßmann über die Aktualität der Zehn Gebote

Frank Baranowski, Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen, bedankte sich bei Prof. Dr. Margot Käßmann mit einem Blumenstrauß. FOTO: CORNELIA FISCHER

Frank Baranowski, Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen, bedankte sich bei Prof. Dr. Margot Käßmann mit einem Blumenstrauß. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – „Schatz, ich liebe dich, weil du so wunderbar geizig bist!“ Es sei eher unwahrscheinlich, dass eine solche Liebeserklärung gemacht werde oder gut ankäme. „Geiz ist nun einmal keine sympathische Eigenschaft.“ Das neunte Gebot sei heute zu verstehen als eine Absage an die Habgier, an eine Geiz-ist-geil-Mentalität. Mit anschaulichen Beispielen sprach Prof. Dr. Margot Käßmann vor rund 800 geladenen Gästen beim Neujahrsempfang der Stadt Gelsenkirchen am 21. Januar. Ihr Thema: die Zehn Gebote. Ihr Ausgangspunkt: „Eine Gesellschaft muss wissen, wohin sie Zuwanderer integrieren will.“ Ihre Überzeugung: Die Zehn Gebote sind einerseits die Quelle vieler gesellschaftlicher Übereinkünfte und bieten andererseits genau die Orientierung, die der Gesellschaft verloren gegangen ist.

Käßmann begann mit den Geboten 4 bis 10 und zeigte in kurzen Streiflichtern und Beobachtungen auf, wie aktuell sie auch heute noch für das Gelingen des Zusammenlebens sind. Im zweiten Teil wandte sie sich den so genannten „religiösen“ Geboten 1 bis 3 zu. Sie rief Christinnen und Christen dazu auf, selbstbewusst und engagiert dafür einzutreten. „Die christlichen Werte werden gebraucht, damit unsere Gesellschaft ihre Orientierung nicht verliert.“ Zum Beispiel das dritte Gebot: „Du sollst den Feiertag heiligen.“ – Untersuchungen zum Burnout-Syndrom zeigten, so Käßmann, dass Manager daran erkranken, wenn sie keinen Ausgleich mehr kennen zwischen Arbeiten und Ausruhen: „Eine Gesellschaft ohne einen gemeinsamen Feiertag läuft Gefahr, ein kollektives Burnout zu erleiden.“

Zusammenfassend wies Käßmann darauf hin, dass die Zehn Gebote nicht die einzige, aber eine elementare Orientierungshilfe der Gesellschaft sind. Es sei Aufgabe aller Christinnen und Christen, sie immer wieder einzubringen – und dabei anzutreten gegen ein verfestigtes Bild der Kirchen. Die Kirchen seien dabei, sich zu verändern. Die gewünschte Richtung deutete Käßmann mit einem Ausspruch des Philosophen Friedrich Nietzsche an. „Er soll gesagt haben: ‚Wenn die Christen ein bisschen erlöster aussehen würden, könnte ich mich der Sache annähern.‘“

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