Luther und die Juden – umsonst?

In der Christus-Kirchengemeinde ging es um das Verhältnis von christlicher Kirche zu jüdischer Gemeinde

Zwei Karten, zwei Namen, sind sie dicht beieinander oder weit voneinander entfernt, der Bibelgesprächskreis nahm diesen Impuls an diesem Abend auf. FOTOS: CORNELIA FISCHER

Statt eines Vortrags setzte Superintendent Heiner Montanus (hinten links) beim Bibelgesprächskreis in der Christus-Kirchengemeinde lieber auf ein intensives Gespräch in der Runde.

GELSENKIRCHEN – Einmal pro Monat lädt der CVJM-Erle zum Gespräch, jeweils steht ein besonderes Thema auf der Tagesordnung. In diesem Jahr beschäftigen sich die Teilnehmer sowohl mit dem Lutherjahr als auch mit der aktuellen Jahreslosung 2018: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“

Zu den Treffen wird je ein Gast eingeladen, der meist dazu einen Vortrag hält. An diesem Abend lief es etwas anders. Gelsenkirchens Superintendent, Heiner Montanus, war geladen und es ging um das Verhältnis zwischen Christen und Juden.

„Da es Bibelgesprächskreis heißt, ist es doch besser, wenn alle miteinander ins Gespräch kommen“, befand Montanus und gab einen ungewöhnlichen Impuls. Er ließ zunächst Karten mit männlichen Vornamen verteilen. Diese wurden dann an einem langen Tisch ganz an die entgegengesetzten Enden positioniert. „Wie wirkt es, wenn die Scheiben so weit voneinander entfernt liegen? Was könnte das über das Verhältnis der beiden dargestellten Personen aussagen?“ Die Anwesenden, durchweg Menschen höheren Alters, ließen sich zur Freude des Superintendenten rasch auf diesen ungewöhnlichen Zugang zum Thema Nähe und Verständigung ein.

Die nächsten Scheiben folgten dann mit der Aufschrift „Kirche“ bzw. „Jüdische Gemeinde“. Unter den 14 Anwesenden begann eine lebhafte Diskussion. Wie steht es um das Verhältnis dieser Beiden zueinander? Gilt die Enterbungstheorie auch heute noch? Was heißt das für Juden und Christen heute? Bei der lebhaften Diskussion an diesem Abend ging es nicht um richtig oder falsch, sondern darum, gemeinsam etwas zu entdecken.

Montanus setzte kurze Impulse, z.B. diesen: „Gott entscheidet nicht nach dem was wir können, sondern er entscheidet nach Gnade.“  In der folgenden, lebhaften Diskussion fiel ihm das große Bibelwissen der Gesprächskreisteilnehmer auf. Nächster Impuls: „Paulus sagt, Ihr hängt an Israel, Ihr kommt nicht davon los. Israel ist die Wurzel, die trägt Euch.“ Und im Laufe des Abends entsteht eine Verbindung aus beiden Aussagen. Dann sind der christliche und der jüdische Glaube zwei Weisen, an den einen Gott zu glauben, war die eine zentrale Erkenntnis dieses Abends.

„Ich war froh, wie gut die Menschen mitgemacht haben. Für mich ist das Verhältnis zwischen Juden und Christen klar“, stellt Heiner Montanus nach diesem Abend in der Christusgemeinde fest. Und sicher nahm auch so mancher der engagierten Teilnehmer neue Erkenntnisse über das Verhältnis von Christen und Juden für sich mit nach Hause.

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