Lieber agieren als reagieren

KREISSYNODE In Gelsenkirchen und Wattenscheid soll ein Netzwerk starker evangelischer Orte entstehen

So sah der Kirchenkreis 1995 aus. Nun geht es um die Festlegung der Kirchen und Gemeindehäuser, die auch 2025 noch zur Verfügung stehen sollen. FOTO: ARCHIV PRESSESTELLE

So sah der Kirchenkreis 1995 aus. Nun geht es um die Festlegung der Kirchen und Gemeindehäuser, die auch 2025 noch zur Verfügung stehen sollen. FOTO: ARCHIV PRESSESTELLE

GELSENKIRCHEN – Mit großer Mehrheit hat die Kreissynode bestätigt, dass so bald wie möglich 21 Kirchen und 19 Gemeindehäuser bestimmt werden, die langfristig betrieben werden sollen. „Ein solches Projekt gibt es in den westfälischen Kirchenkreisen bisher noch nicht“, sagte Landeskirchenrätin Dr. Johanna Will-Armstrong (Bielefeld).

Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid war am Montag, 13. Februar, zu einer Sondersitzung zusammengetreten, um einen Zwischenbericht entgegen zu nehmen. Es war bereits im Vorfeld deutlich geworden, dass die sechs Kooperationsräume mit jeweils ein bis vier Kirchengemeinden sich schwer tun, zu bestimmen, welche ihrer drei (in Wattenscheid vier) Kirchen und Gemeindehäuser langfristig erhalten werden sollen. Deshalb wurde über die Frage, ob der Auswahlprozess weiter gehen soll, ausführlich beraten. Denn es ist auch klar: Diejenigen Kirchen und Gemeindehäuser (acht), die am Ende nicht ausgewählt werden, können zwar vorerst weiter betrieben werden, laufen aber aus, wenn größere Sanierungen notwendig werden.

Die Gründe dafür sind bekannt: In Gelsenkirchen und Wattenscheid sinken die Einwohnerzahlen seit Jahren und dieser Prozess ist noch nicht an seinem Ende angelangt. Der evangelische Bevölkerungsanteil sinkt noch stärker. Entsprechend werden einerseits weniger Kirchen gebraucht, andererseits fehlen auch die Mittel, um sie weiter zu erhalten. Alle 20 bis 30 Jahre muss ein Kirchengebäude von Grund auf saniert werden. Das kostet je nach Größe zweihunderttausend bis mehr als eine Million Euro. Dazu kommen die jährlichen Betriebs- und die Personalkosten.

Dennoch sind Kirchen mehr als bloße Rechenaufgaben. „Kirchen und Gemeindehäuser aufzugeben gehört zu dem Schmerzvollsten, was Christinnen und Christen sich vorstellen“, sagte Superintendent Rüdiger Höcker in seiner Einbringung. „Kirchen sind Orte verdichteter Erfahrungen mit Gottes Nähe. Hier wurden unsere Kinder getauft, unser Erwachsenwerden gestärkt, unsere Ehen gesegnet, unsere Lieben betrauert. Hier haben Menschen mit Gott gerungen. Hier hat uns sein Wort getröstet. Hier haben wir seine besondere Nähe erfahren in Brot und Wein. Kirchen sind nicht nur einfach nur Steine – sie sind Orte des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung – Orte Gottes. So löst es bei uns tiefe Trauer und tiefen Schmerz aus, wenn wir eine Kirche aufgeben.“

Letztlich war die Mehrheit der 120 Synodalen davon überzeugt, dass es besser ist, jetzt zu agieren, als in einigen Jahren nur noch auf finanzielle Nöte zu reagieren. Superintendent Höcker brachte es auf den Punkt: „Wir brauchen auch 2020 erkennbare starke evangelische Orte in Gelsenkirchen und Wattenscheid. Wir brauchen ein Netzwerk von solchen Orten. Das heißt: Wir wollen es nicht dem Zufall überlassen, sondern wir wollen gemeinsam entscheiden, wo dieses Netzwerk seine Knotenpunkte hat.“

Nun sind die Kooperationsräume wieder gefragt. Sie werden weiter beraten und müssen sehr schwere Entscheidungen treffen. Voraussichtlich auf der Sommersynode kann endgültig beschlossen werden. Danach wird es noch einmal spannend, wenn die Einzelheiten der gemeinsamen Finanzierung auf der Tagesordnung stehen.

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