Lehrer lernen von den Azubis

Auf der Gelsenkirchener Ausbildungsmesse gab es erstmals ein Angebot nur für Lehrer

Sie waren gut vorbereitet auf die Lehrer-Belehrung: (von links) Christiane Gertz und Vanessa Behr (beide Düsing-Gartenfachmarkt), Daniel Neumann (Knepper Milchversorgung), Björn Heimeshoff (CorusServiceCenter - Stahlhandel), Anton Roth (Hans-Peter Schmitz GmbH Baustoffhandel). FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Bei jeder Gelsenkirchener Ausbildungsmesse „Beruf und Zukunft“ BuZ seit 30 Jahren das selbe Bild: Info-Stände, Videos, Plakatwände, Ausbildungsberater, Mitmachaktionen, Probierstationen, Broschüren kiloweise - Massen von Schülern der 9. und 10. Jahrgangstufe stöbern stundenlang in den regionalen Ausbildungsangeboten. Nur an die begleitenden Lehrer hat noch nie einer gedacht. Angesichts ihrer bereits getroffenen Berufswahl warten sie einfach darauf, dass alle Klassen zum verabredeten Zeitpunkt wieder vollzählig zum Abmarsch antreten – und das war’s.

„Man müsste mal was nur für Lehrer anbieten!“, dachten Sabine Sinagowitz (Jugendberufshilfe des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid) und Leitung und Kollegium des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung Augustastraße. Dorthin wechseln viele kaufmännisch interessierte junge Menschen nach ihrem Schulabschluss. Aber was die dort erwartet, darüber wissen ihre Lehrer ziemlich wenig.

Also wurde das erste „Forum Information & Dialog – FI&D“ ins Leben gerufen. Ein Angebot nur für Lehrer im Rahmen von BuZ 2007. Dort gab es Erfahrungen aus erster Hand zum Alltag in Betrieb und Berufsschule.

Fünf Auszubildende aus vier Gelsenkirchener Groß- und Außenhandelsunternehmen (unterstützt von ihren Fachlehrern) standen gut vorbereitet Rede und Antwort. Sie kennen den Orientierungslauf durch den Bewerbungsdschungel und wissen auch, wie man sich als Neuling in einem Betrieb fühlt. Die Fragenpalette war sehr breit: „Soll eine Bewerbungsmappe für einen Ausbildungsplatz denn nun die berühmte ‚dritte Seite’ enthalten oder nicht? In meinem Fachbuch steht es so, aber der externe Trainer erzählt meiner Klasse etwas ganz anderes!“ Antwort: „So individuell wie möglich, am besten vorher beim Betrieb erkundigen, wie die Mappe gestaltet sein soll. Und evtl. die Mappe persönlich abgeben.“

Die Bedeutung des Schülerpraktikums war Thema: „Ist es in Ordnung, dass eine Schülerpraktikantin im Lager arbeitet? Das ist doch nur Ausbeutung, eine billige Arbeitskraft.“ Antwort: „Man muss sich auskennen mit den Waren, die man verkauft. Das lernt man sehr gut im Lager. Nur Lager ist aber nicht okay.“ „Was kann ich tun, damit meine Schüler nicht den Anschluss verlieren, wenn sie in Betrieb und Berufsschule wechseln?“ Klares Plädoyer der Azubis: „Selbstsicheres Auftreten ist das A und O im Berufsalltag. Rhetorik-Training ab spätestens der 7.Klasse!“ und dann gab´s Praxisbeispielen für z.B. den Deutschunterricht.

Das Lehrer-Fazit: „Tolle Veranstaltung, sehr informativ! Das müssen Sie unseren Schülern erzählen. Können Sie in unsere Schule kommen?“ – Sehr gerne! Das Angebot aus Berufskolleg und Betrieben steht, Anruf genügt! – sasi

Den Kontakt stellen her: Friedrich Wahl beim Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung, Telefon (0209) 947 68 50, und Sabine Sinagowitz beim Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid, Telefon (0209) 17 98 214.

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