Kreissynode zeigt sich entscheidungsfreudig

Viel Zustimmung zur Konzeption 2024 – zwei Vorschläge umstritten

Alle 61 Seiten des Konzeptionsentwurfes wurden bei der Synode aufgerufen und diskutiert.

Alle 61 Seiten des Konzeptionsentwurfes wurden bei der Synode aufgerufen und diskutiert.

David Hirsch (rechts), der die Arbeit des Konzeptionsausschusses begleitet hat, moderierte die Aussprache. Landeskirchenrat Dr. Jan-Dirk Döhling gab Auskunft zu Fragen an die EKvW. PHOTOS: CORNELIA FISCHER

David Hirsch (rechts), der die Arbeit des Konzeptionsausschusses begleitet hat, moderierte die Aussprache. Landeskirchenrat Dr. Jan-Dirk Döhling gab Auskunft zu Fragen an die EKvW. PHOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Die Synode des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid hat am Montag, 17. Juni, einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Gestalt des Kirchenkreises im Jahr 2024 getan. Nach dem Gottesdienst in der Rotthauser Kirche diskutierten die Synodalen im benachbarten Gemeindehaus rund sechs Stunden lang den „Entwurf zur Konzeption des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid“. Der Fokus lag dabei auf den „kreiskirchlichen Diensten“, also den Referaten, die auf der Ebene des Kirchenkreises angesiedelt sind und aus dem kreiskirchlichen Haushalt finanziert werden.

Für diesen Bereich stehen 8,5 Prozent der jährlichen Kirchensteuereinnahmen zur Verfügung. Das sind dieses Jahr rund 997.800 Euro. Im Jahr 2024 wird dieser Betrag deutlich geringer ausfallen – um wieviel, das kann derzeit niemand auf Heller und Pfennig angeben. Erste Prognosen besagen, dass es nur noch rund 850.000 Euro sein werden. Klar ist jedenfalls, dass gespart werden muss.

Auf diesem Hintergrund hatte der „Kirchenkreiskonzeptionausschuss“ im Auftrag der Synode eine Neukonzeption erarbeitet. Nachdem der Kreissynodalvorstand seine Zustimmung erteilt hatte, wurde sie im März dieses Jahres intern veröffentlicht. Es gab fünf Diskussionsforen. Alle Gremien der Kirchengemeinden und des Kirchenkreises sowie alle Mitglieder der Synode hatten die Möglichkeit, schriftliche Stellungnahmen abzugeben. Danach wurde der Entwurf überarbeitet und diese überarbeitete Fassung lag der Synode zur Beratung vor.


Mit Spannung erwartet: Die Auswertung der Meinungsbilder

Vorgesehen ist, die Konzeption im November endgültig zu beschließen. Jetzt ging es erst einmal darum, dass die Kreissynode sich berät, dass Positionen, Überzeugungen und Argumente geäußert und gehört werden konnten. Zu 13 „Knackpunkten“ des Konzeptionsentwurfes wurden Meinungsbilder erstellt: Jedes Mitglied der Synode gab zu entscheidenden Weichenstellungen des Konzeptionsentwurfes den Grad seiner/ihrer Zustimmung auf einer Skala von 0 (stimme ganz und gar nicht zu) bis 9 (stimme voll und ganz zu) schriftlich und geheim an.

Da die Auswertung von solchen ausdifferenzierten Meinungsbildern recht aufwendig ist, wurden die Ergebnisse erst ganz am Ende der Tagung präsentiert – die Spannung war groß. Ein Gesamtergebnis: Die Synode war entscheidungsfreudiger als von vielen erwartet. Bei elf der 13 Meinungsbilder hatten nur wenige Synodale die Zustimmungsgrade 1 bis 8 angekreuzt. Ein zweites Ergebnis: Die Zustimmung zum Konzeptionsentwurf ist groß: Bei sieben Meinungsbildern gaben mehr als die Hälfte den höchsten Grad der Zustimmung. Rechnet man die Zustimmungsgrade 7 und 8 dazu, gab es klare Zustimmung bei zehn Meinungsbildern.


Hauchzarte Tendenzen bei zwei Vorschlägen

Unter dem Strich bleiben zwei Entscheidungen übrig, die offensichtlich schwerfallen: Der Erhalt der Bleckkirche und die Streichung der Jugendberufshilfe. Hier gab es einerseits deutlich mehr „Streuung“, also Zustimmungsgrade zwischen 1 und 8. Andererseits gab es bei der Bleckkirche genauen Gleichstand zwischen totaler Ablehnung und völliger Zustimmung: 21 Synodale wollten die Bleckkirche „auf jeden Fall erhalten“ und 21 Synodale stimmten dem „ganz und gar nicht zu.“ Die Streichung der Jugendberufshilfe lehnten 28 Synodale kategorisch ab, 20 stimmten „voll und ganz zu“. Zu beiden Meinungsbildern gab es 99 Voten. Auch der Mittelwert aller Voten führt nicht so recht weiter. Mit 4,4 (Erhalt der Bleckkirche) und 4,2 (Streichung Jugendberufshilfe) liegen beide Ergebnisse hauchzart unter dem mathematischen Mittelwert von 4,5.

Jetzt geht der Ausschuss wieder an die Arbeit. Er muss die Konzeption auf der Grundlage der Diskussionsbeiträge und der Meinungsbilder erneut überarbeiten, damit die Kreissynode am 25. November endgültig beschließen kann.

Die Ergebnisse aller 13 Meinungsbilder stehen [hier] zum Download bereit.

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