Kita-Freundschaften auch in Corona-Zeiten

Gegen Rassismus und für ein friedliches Zusammenleben

Ein Hingucker: Am Sterntaler-Zaun wird sichtbar, was den Kindern Freundschaft bedeutet, wie sie darüber denken und wer ihnen besonders wichtig ist. FOTO: CORNELIA FISCHER

Ein Hingucker: Am Sterntaler-Zaun wird sichtbar, was den Kindern Freundschaft bedeutet, wie sie darüber denken und wer ihnen besonders wichtig ist. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste was es gibt auf der Welt! Diese Liedzeile drückt es aus: Freundschaften sind wichtig für ein friedvolles Zusammenleben und ein Miteinander, in dem Rassismus keine Chance bekommt. Und das erfahren schon die Kleinsten.

Eigentlich wollten sich alle Kindergärten des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid mit einer Aktion an der internationalen Woche gegen Rassismus beteiligen. In welcher Form auch immer: Bilder malen, ein Bilderbuch vorlesen, singen, Spiele machen…Alles war möglich, ob in der Öffentlichkeit oder in der Kita, mit oder ohne Publikum (Eltern)… Jede Kita konnte selbst entscheiden.


Aktionstag langfristig vorbereitet

In der Kita „Sterntaler“ am Grieseplatz in GE-Bismarck fanden Gespräche mit den Kindern zum Thema Freundschaft statt. Was bedeutet Euch Freundschaft? Wie bekommt man Freunde? Woran erkennt man, dass jemand ein Freund ist? Was unternehmen Freunde? Wer ist Dein Freund? Die Mitarbeitenden notierten die Aussagen der Kinder und machten Fotos der entsprechenden Freunde.

Sowohl die sehr vielfältigen Aussagen der Kinder als auch die Fotos der gemeinsamen Kita-Freunde wurden laminiert, mit dem Ziel, am 18. März eine gemeinsame Aktion mit Kindern und Eltern durchzuführen und die laminierten Fotos und Aussagen gemeinsam an den Zaun des Kindergartens zu hängen. An diesem Tag sollten Freundschaftsbänder geknüpft und Eis geschleckt werden.

 

Freundschaftsbücher für alle

Corona machte, wie bei so vielem, auch hier einen dicken Strich durch die Planung. Die Kitas wurden geschlossen, die allermeisten Kinder sind nun schon seit Wochen zuhause und von den Kita-Freunden getrennt.

Doch die Sterntaler-Erzieherinnen hatten eine gute Idee. Sie druckten alle Freunde-Bilder fünfzigmal aus, ebenso die Aussagen der Kinder zum Thema Freundschaft. Sie suchten Geschichten passend zum Thema aus, kopierten das besondere Freunde-Lied der Sterntaler und banden alles zusammen zu kleinen Büchern. Diese Freundschaftsbücher brachten sie den Kindern nach Hause.


Begegnungen am Zaun

Die bereits laminierten Bilder und Aussagen der Kinder  zum Thema Freundschaft wurden kurzerhand von außen statt von innen an den Zaun der Einrichtung gehängt. Nun kann jeder, der hier vorbei kommt, sehen, was den Kindern Freundschaft bedeutet, wie sie darüber denken, wer ihnen besonders wichtig ist. Doch nicht nur an interessierte Passanten dachten die Mitarbeitenden, sie hofften auch, dass die Kinder selbst, die wohl genauso sehnsüchtig auf den Tag des Wiedersehens warten wie die Erzieherinnen, am Kindergarten vorbei spazieren würden und so die Möglichkeit hätten, alle Freunde auf einen Blick zu sehen, wenn auch nicht persönlich.


Viele positive Reaktionen

Dieser Gedanke scheint aufzugehen. „Wir beobachten, dass Eltern und Kinder tatsächlich vor den Texten und Fotos am Zaun stehen bleiben, sich das angucken und Eltern auch die dort aushängenden Texte ihren Kindern vorlesen“, freut sich die Leiterin des Kindergartens, Petra Krosny.

Ebenso scheint die Aktion mit den an die Kinder nach Hause ausgeteilten Büchern ein großer Erfolg zu sein. „Wir haben viel positives Echo erhalten“, stellt die Kita-Leiterin fest.

So hat Corona zwar den gemeinsamen Aktionstag am 18. März durchkreuzt. Doch vielleicht dabei den Weg geöffnet für etwas Nachhaltigeres und für überraschende Kreativität rund um alles, was zum Thema Freundschaft gehört und damit ein wirksames Gegenmittel gegen Rassismus bilden kann.

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