Innehalten am Ort des Geschehens

Hartmut Wortmann schreibt über seine Erfahrungen im Krankenhaus

Hartmut Wortmann sorgt für die Hinterbliebenen der verstorbenen Patienten. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – November – stille Zeit. Für viele Menschen sind die Tage in diesem Monat Tage der Besinnung, der Erinnerung. Auf den Friedhöfen werden die Gräber besucht und mit Blumen oder Lichtern geschmückt. Durch die Totengedenktage dringt es ins Bewusstsein: Unser Leben ist begrenzt. Alles hat seine Zeit, auch das Sterben eines Menschen.

Wer einen Angehörigen verloren hat, bindet seine Trauer natürlich nicht an einen bestimmten Monat oder an bestimmte Gedenktage. Der evangelische Krankenhausseelsorger am Hertener Elisabethhospital, Pfarrer Hartmut Wortmann, hat dies aufgenommen. Seit einiger Zeit bietet er zusammen mit seinem Seelsorgeteam regelmäßig Gedenkgottesdienste für im Krankenhaus verstorbene Menschen an. Dazu werden die Hinterbliebenen jeweils spätestens drei Monate nach dem Trauerfall eingeladen. Da die Klinik direkt an der Stadtgrenze zu Gelsenkirchen-Resse liegt, sind auch viele Patientinnen und Patienten aus Gelsenkirchen in diesem Krankenhaus. 

Wortmann: „Die Zeit des akuten Verlustes ist inzwischen verstrichen. In diese sich wandelnde Zeit machen wir unser Angebot, noch einmal an den Ort des Geschehens zurückzukehren und noch einmal innezuhalten.“ Die Gottesdienstbesucher werden dabei im Foyer der Krankenhauskapelle von einem Seelsorger empfangen und in den Gottesdienstraum geleitet. Dort können sie den Namen des verstorbenen Menschen in ein „Buch des Lebens“ eintragen. Im Laufe des Gottesdienstes werden die Namen aus diesem Buch verlesen. Dabei kommen die Angehörigen nach vorne und zünden eine kleine Gedenkkerze an der Osterkerze der Krankenhauskapelle an und stellen diese daneben. „Dieser Augenblick ist atmosphärisch der dichteste während des gesamten Gottesdienstes“, berichtet der Krankenhauspfarrer. Nach dem Gottesdienst können natürlich die Angehörigen eine kleine Kerze zur Erinnerung mit nach Hause nehmen.

Wortmann, der auch über eine psychotherapeutische Ausbildung verfügt, hat jetzt über seine Erfahrungen ein Buch unter dem Titel „Gedenkgottesdienste für im Krankenhaus Verstorbene“ verfasst. Es ist in der Buchreihe „Dienst am Wort“ im Göttinger Vandenhoeck & Ruprecht - Verlag erschienen und kostet 12,90 Euro. WE

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