Höhen und Tiefen des (Fußball-)Lebens

Abpfiff: Rund 50 Fußballfans besuchten den Gottesdienst zum letzten Schalke-Spiel der Bundesliga-Saison

Talar plus Schalke-Schal: Kein ungewöhnliches Dienst-Outfit für Pfarrer Ernst-Martin Barth, zumal nicht nur die Matthäuskirche, sondern auch die Arenakapelle sein Revier ist. Unterstützung erhielt er dieses Mal von seinem katholischen Kollegen Ingo Mattauch (links) und Chorleiter Wolfgang Ballhausen (am Flügel). FOTOS: MAXIMILIA WIESCHER

Talar plus Schalke-Schal: Kein ungewöhnliches Dienst-Outfit für Pfarrer Ernst-Martin Barth, zumal nicht nur die Matthäuskirche, sondern auch die Arenakapelle sein Revier ist. Unterstützung erhielt er dieses Mal von seinem katholischen Kollegen Ingo Mattauch (links) und Chorleiter Wolfgang Ballhausen (am Flügel). FOTOS: MAXIMILIA WIESCHER

Viele Schalker und einige wenige Stuttgarter feierten ökumenisch in der Matthäuskirche, bevor es zum Bundesliga-Saisonfinale in die Veltins-Arena ging.

Viele Schalker und einige wenige Stuttgarter feierten ökumenisch in der Matthäuskirche, bevor es zum Bundesliga-Saisonfinale in die Veltins-Arena ging.

GELSENKIRCHEN – Kein Glockengeläut, sondern ein Anpfiff von Schalke-Pfarrer Ernst-Martin Barth eröffnet den „Abpfiff“-Gottesdienst. Zweieinhalb Stunden vor dem letzten Schalke-Spiel der Bundesliga-Saison haben sich rund 50 Fußballfans in der Matthäuskirche eingefunden. Eingeladen hatten beide Gelsenkirchener Kirchen und der christlich-ökumenische Fanclub „Mit Gott auf Schalke“.
„Beim ‚Abpfiff‘-Gottesdienst vor einem Jahr war die Stimmung besser“, stellte Pfarrer Barth gleich zu Anfang fest, „Damals gab es hier strahlende Gesichter, weil Schalke Vizemeister geworden ist. Jetzt verzeichnet Schalke nur zwei Erfolge: Derbysieger und Nicht-Absteiger.“ Die Lesung zum Stichwort „Alles hat seine Zeit, klagen hat seine Zeit, feiern hat seine Zeit“ (Prediger 3) passt bestens zu dieser durchwachsenen Saisonbilanz.

Ernst-Martin Barths katholischer Kollege Ingo Mattauch von der Gemeinde St. Joseph Gelsenkirchen-Schalke wendet sich in seiner Predigt an die Fans: „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt – das kennen wir als Schalker uns als Christen nur zu gut. Erst als Vizemeister mit großen Hoffnungen in die Saison gestartet, steckten wir bis vor kurzem noch im Abstiegskampf. Allerdings gibt es in der Bibel viele Stellen, an denen wir uns gut aufgehoben fühlen können. In der Karwoche zum Beispiel feiern wir diese Gegensätzlichkeit, die Jesus am eigenen Leib erlebt hat – von seiner umjubelten Ankunft in Jerusalem bis zu seiner Kreuzigung und Auferstehung.“

Auch führende Verantwortliche des Vereins seien vor solchen Gegensätzen nicht sicher: „Domenico Tedesco war vor einem Jahr noch der umjubelte Trainer des Vizemeisters, jetzt hat sich der Verein von ihm getrennt. Allerdings haben wir auch erfahren, dass sowohl Gott als auch der Verein für Wunder gut sind. Jesus ist vom Tod auferstanden. Beim Revier-Derby habe ich nach der ersten Viertelstunde gedacht ‚lass es nicht so schlimm kommen‘. Es kam schlimm, aber nicht für uns. Wir sind mit all unseren Hoffnungen und Ängsten bei Gott gut aufgehoben. Er ist für mich der Anker in der Zeit.“ Das gleichnamige Lied folgt.

Vor den Fürbitten begrüßt Barth die etwas verspätet eingetroffenen Stuttgart-Fans: „Hoffen wir, dass für Sie nach den Relegationsspielen auch ‚himmelhoch jauchzend‘ gilt.“ Der Gottesdienst endet mit einer Nachdichtung des Vaterunser auf der Melodie von „The Sound of Silence“, gesungen vom Gospelchor „Lights of Hope“ unter der Leitung von Wolfgang Ballhausen. Die Schlusslieder „Ich will dich segnen“ und „Blau und Weiß, wie lieb ich dich“ verabschieden die Gemeinde. Bevor es für die Fans zum Bundesliga-Abschlussspiel in die Veltins-Arena geht, nutzen viele die Gelegenheit, sich vor der Kirche bei Bier und Bratwurst zu treffen und auszutauschen. Auch eine Stuttgart-Fangruppe, die mindestens eine Auswärts-Fahrt pro Saison unternimmt, ist dabei und lässt keine Gelegenheit aus, zusammen mit Schalke-Fans Selfies zu schießen.

Info: Die nächste Bundesliga-Saison beginnt mit dem „Anpfiff“-Gottesdienst am 17. August, wieder um 12:04 Uhr, in der katholischen Kirche St. Joseph in Gelsenkirchen-Schalke (Ecke Kurt-Schumacher-Straße / Grillostraße).

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