Grenzüberschreitende Initiative für die Seelsorge

Eine Broschüre soll die kirchlichen Angebote bei Krankheit und Tod wieder ins Bewusstsein bringen

Die Initiatoren haben eine Informationsbroschürefür die kirchliche Seelsorge im Trauerfall  herausgebracht. FOTO: CORNELIA FISCHER

Die Initiatoren haben eine Informationsbroschürefür die kirchliche Seelsorge im Trauerfall herausgebracht. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Vier Kirchengemeinden haben gemeinsam Initiative für die Seelsorge ergriffen. Den Schwerpunkt legen sie dabei auf die seelsorgliche Begleitung in Krankheit, Sterben und Tod sowie bei der Trauerbewältigung. „Wer noch nie erlebt hat, wie das ist, wenn ein Mensch stirbt, der weiß gar nicht, wo er Hilfe bekommen kann“, sagte Pfarrerin Andrea Rylke-Voigt (Beckhausen) am 21. September vor der Presse. „Wir wollen die Information darüber, was wir als Kirchen in diesem Falle anbieten können, wieder ins Bewusstsein bringen.“

Eine gemeinsame Informationsbroschüre zeigt die Möglichkeiten auf. Neun Pfarrerinnen und Pfarrer sind erreichbar für Krankenbesuche, gemeinsames Abschied Nehmen von Sterbenden oder Verstorbenen, Seelenamt oder Trauerfeier und Beisetzung sowie Hilfe bei der Trauerbewältigung.

Ungewöhnlich ist nicht nur diese Initiative, sondern auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit darin. Die Kooperationspartnerinnen sind die katholische Großpfarrei Sankt Hippolytus Horst sowie die Evangelischen Kirchengemeinden Gelsenkirchen-Horst, Buer-Beckhausen und Essen-Karnap.

Neben der genauen Beschreibung dessen, was die Kirchen im Sterbefall anbieten, nennt die Broschüre alle Ansprechpersonen und deren Telefonnummern. Auch an den Fall, dass eine Pfarrerin oder ein Pfarrer gerade nicht erreichbar ist, wurde gedacht: Das St. Josef-Hospital in Horst (0209 – 50 40) nimmt alle Anliegen entgegen und leitet sie an die gewünschte Ansprechperson weiter, die sich dann umgehend bei den Hilfesuchenden meldet.

Pfarrer Ernst-Udo Metz hat die Erfahrung gemacht, dass häufig im ersten Schock über einen Todesfall schnelle Entscheidungen getroffen werden, die sich später nicht bewähren. „Wir möchten den Menschen unsere Zeit schenken und ihnen Zeit verschaffen, um in Ruhe über die Trauerfeier und die Form der Bestattung nachzudenken.“

Zu dem Pressetermin waren auch die Bestatter der Region eingeladen. Franz-Joseph Berghorn und Peter Kunert begrüßten die Initiative ausdrücklich. „Beerdigungen finden immer öfter im kleinen Kreis, fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Aber wir müssen uns dabei nun einmal nach den Wünschen der Angehörigen richten.“

Vielfach spielt bei der Entscheidung für eine Urnenbeisetzung ohne Feier in der Trauerhalle das Geld eine große Rolle. Das kennen die Geistlichen ebenso wie die Bestatter. Doch Raum und Zeit für das Abschied Nehmen und Trauern sind wichtig, um mit dieser Erfahrung weiter zu leben. Und eine richtige Trauerfeier ist in jedem Fall bezahlbar. „Am schwierigsten ist es für diejenigen Familien, die ganz knapp über der Bemessungsgrenze liegen, ab der das Sozialamt für die Kosten aufkommt“, so Metz. „Aber zur Not übernehmen wir auch die Kosten für die Trauerhalle und die musikalische Begleitung.“ Die seelsorgerliche Begleitung ist und bleibt ein kostenfreies Angebot der Kirchen.

Die Broschüre zur seelsorglichen Begleitung in GE-Horst, Buer-Beckhausen und Essen-Karnap gibt es in Arztpraxen, Apotheken und öffentlichen Einrichtungen sowie in allen Kirchen und Gemeindehäusern.

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