Gerechtigkeit ist ein Tu-Wort

Mit einem Gottesdienst wurde die Ausstellung über Elisabeth Käsemann eröffnet

GELSENKIRCHEN – „Sonne der Gerechtigkeit gehe auf zu unserer Zeit“ – wie ein roter Faden zog sich das Lied von Christian David durch den Gottesdienst in der Bleckkirche, mit dem die Ausstellung über Elisabeth Käsemann unter dem Titel „Ein Leben in Solidarität mit Lateinamerika“ am 21. Oktober eröffnet wurde. Dreißig Jahre ist es her, dass die Tochter des früheren Rotthauser Pfarrers und späteren Tübinger Theologieprofessors Ernst Käsemann von den damaligen Militärmachthabern in Argentinien verschleppt, grausam gefoltert und schließlich ermordet wurde. Seit 1993 trägt die Evangelische Familienbildungsstätte Gelsenkirchen den Namen von Elisabeth Käsemann.

„Wir wollen sie nicht als Heldin verehren“, betonte Pfarrerin Erika Bogatzki, „ sondern ihr Eintreten für die Gerechtigkeit und für die Würde des Menschen unterstreichen.“ Superintendent Rüdiger Höcker nannte Elisabeth Käsemann in seiner Predigt eine „Tochter Gottes“, die als ein den Frieden liebender Mensch für die Rechte der Benachteiligten eintrat. Damit schlug er einen Bogen in die Gegenwart und würdigte es, dass die Mitarbeiterinnen der Familienbildungsstätte im Sinne von Elisabeth Käsemann handeln, wenn sie die Finger in offene Wunden legen und für benachteiligte Menschen eintreten. „Gerechtigkeit ist ein Tuwort: Wir müssen es tun“, rief der Superintendent aus.

Bei der anschließenden Ausstellungseröffnung konnte der für die Arbeit in der Bleckkirche verantwortliche Pfarrer Thomas Schöps auch Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski begrüßen. Baranowski betonte die Vorbildfunktion von Elisabeth Käsemann: „Wir werden zum Handeln aufgerufen gerade in einer Zeit, in der immer wieder politisch rechte Sprüche zu hören sind und entsprechende Flugblätter auf den Schulhöfen verteilt werden.“

Auf 17 Tafeln informiert die Ausstellung durch Fotos, Textpassagen und Zeitungsausschnitten über den familiären Hintergrund und den Lebens- und Leidensweg von Elisabeth Käsemann. Dabei wird auch das Versagen der deutschen Diplomatie nicht ausgespart. Direkt nach Elisabeths Verschwinden hatte sich ihre Familie mit dringenden Appellen an das Auswärtige Amt gewandt, um die Entführte freizubekommen. Aber weder das Außenministerium in Bonn noch die deutsche Botschaft in Buenos Aires hatte sich in dieser Hinsicht um die Verschleppte bemüht.

Noch bis einschließlich 4.11. ist die Ausstellung über Elisabeth Käsemann in der Bleckkirche am Zoo jeweils samstags und sonntags zwischen 11 und 17 Uhr zu sehen. WE 

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