Gemeinsam stark machen für eine gute Sache

Das Projekt „Nachbarn helfen Nachbarn“ öffnet Herzen für mehr Nachbarschaft

Auf dem Bronner Hoffest lud Musiker Günter Bargel die Nachbarschaft zum Mitsingen ein. Über 100 Nachbarn aus der näheren Umgebung der Bronnerstraße waren gekommen. FOTO: BIENERT

Auf dem Bronner Hoffest lud Musiker Günter Bargel die Nachbarschaft zum Mitsingen ein. Über 100 Nachbarn aus der näheren Umgebung der Bronnerstraße waren gekommen. FOTO: BIENERT

GELSENKIRCHEN – Rund 80 Nachbarn hatten sich angemeldet, über 100 kamen: Die ältesten Anwohner waren Jahrgang 1930, die jüngsten fünf Jahre alt. Das Bronner-Hoffest, am 29. August in der Bronnerstraße im Stadtteil Gelsenkirchen-Bulmke, übertraf die Erwartungen des Teams von „Nachbarn helfen Nachbarn“, einem Projekt des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid. Bis nach 22 Uhr blieben die Nachbarn bei Gastgeber Guido Tuchenhagen. An einem der letzten, lauen Sommerabende lachten, sangen, aßen, tranken sie gemeinsam und genossen die facettenreiche Unterhaltung. „Lesenachbar“ Ullrich „Spiggi“ Spiegelberg führte durch das abwechslungsreiche Programm. Es kam gut beim Publikum an: „Die Trommlergruppe von Arashi Daiko fand ich besonders gut“, sagte Nicole Martin, die auf dem Graskamp wohnt. „Und Herr Spiegelberg ist als Moderator super, ein echtes Unikat!“

Heimlicher Star: Leierkastenmann Manfred Tschentschel

Frisch vom Flieger aus Istanbul zurück, stürmte Chormitglied Esma Görken auf die Bühne, um das Sextett ihrer „Grup Mozaik“ zu komplettieren: Die Musiker unterhielten die Zuschauer mit gefühlvollen, türkischen Volksliedern. Der heimliche Star des Festes aber war Nachbar Manfred Tschentschel (86 Jahrte) aus der Bronnerstraße. Stilecht inszenierte er seinen Überraschungsauftritt während die Musikcomedy-Darsteller Sebastian Coors und Norbert Lauter Texte und Lieder im Stil der 20er Jahre vortrugen: In passender Garderobe bog er in den Hof ein, schob einen Leierkasten durch die Sitzreihen und verschwand gleich wieder. Mit großem Hallo verlangten die Zuschauer nach einer Zugabe. Bei Tschentschels Ehrenrunde mit der Drehorgel und der Melodie zu „Auf der Reeperbahn, nachts um halb Eins“ sangen alle mit. Mitsingen konnten die Nachbarn auch mit Günter Bargel an der Gitarre, der eigens für das Hoffest ein Textheft zusammenstellte. Am späten Abend beeindruckte der Multiinstrumentalist und Obertonsänger Jonas Nondorf mit seiner Stimme und exotischen, teils selbstgebauten Instrumenten. Aufgehender Vollmond und sphärische Klänge bildeten den stimmigen Abschluss des Programms.

Gut gelaunte Grillweltmeister

Fleißig waren auch die vielen ehrenamtlichen Helfer. „Allein der Transport von Bierzeltgarnituren und der Bühne war eine organisatorische Glanzleistung“, erinnerte sich Projektmitarbeiterin Barbara Bienert. Ein Anwohner half spontan mit seinem großen Bus aus, denn mit dem kleinen Transporter einer Nachbarin hätten die Zeitspender fünfmal fahren müssen. Bis zum Abend halfen auch Klaudia Ernst und Marco Jablonski aus dem Graskamp: Über fünf Stunden standen sie bei sommerlichen Temperaturen hinter dem heißen Grill und wendeten gut gelaunt Sucuk und Hähnchenflügel. „Ohne Marco hätte ich das nicht geschafft und vermutlich einen ‚Hähnchenflügel-Zusammenbruch‘ erlitten. Er hat gegrillt wie ein Weltmeister, es war ein super Arbeitsklima!“ erzählte Klaudia Ernst. „Und diese Gastfreundschaft von Guido Tuchenhagen – wer lässt schon so viele Menschen ins eigene Badezimmer, aufs stille Örtchen? Also ich bin beeindruckt über diese unglaubliche, vertrauensvolle Nachbarschaft! Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ich von einem ‚kleinen‘ Nachbarschaftstreffen so begeistert sein würde!“ „Ohne Menschen, die sich für eine gute Sache gemeinsam stark machen und dann auch dran bleiben, wären so ein Programm und die nächsten Schritte gar nicht zu stemmen“, weiß Bienert. „Viele fragten ganz selbstverständlich, wann denn das nächste Fest wohl stattfände. Allein dafür hat sich unser Einsatz schon gelohnt!“

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