Geflüchtete Menschen in Gelsenkirchen und Wattenscheid

Wie reagieren die Evangelische Kirche und ihre Diakonie im Kirchenkreis? TEIL 1: Fragen an Diakoniepfarrer Ernst Udo Metz

Ein Flüchtlingslager in der Nähe der Stadt Mardin, Osttürkei. Foto: EKvW

Diakoniepfarrer im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid: Ernst Udo Metz. Foto: Cornelia Fischer

Diakoniepfarrer im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid: Ernst Udo Metz. Foto: Cornelia Fischer

GELSENKIRCHEN – Sie fliehen vor Krieg, Verfolgung oder Hunger und kommen nach Europa auf der Suche nach einem Leben in Frieden und Freiheit. Die Flüchtlingskrise ist in aller Munde.
„Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.“ (Hebräerbrief 13, 2) Die Bibel ermuntert an vielen Stellen dazu, Menschen anderer Völker willkommen zu heißen. Eindringlich warnt sie davor, die „Fremdlinge“ – wie sie im Lutherdeutsch heißen – außen vor zu lassen.
Was tut sich eigentlich in Gelsenkirchen und Wattenscheid? Wie reagieren die Evangelische Kirche und ihre Diakonie? Die Online-Redaktion des Evangelischen Kirchenkreises befragt dazu drei evangelische Fachleute. Den Anfang macht Pfarrer Ernst Udo Metz – seit Dezember 2014 Diakoniepfarrer des Kirchenkreises.

Pfarrer Metz, wie viele Geflüchtete kommen nach Gelsenkirchen und Wattenscheid?

Ankommende Menschen, die sich auf der Flucht befinden, werden nach dem Königsteiner Schlüssel auf die Bundesländer und die Kommunen in Nordrhein-Westfalen verteilt. Seit dem 1. Juni 2015 sind der Stadt Gelsenkirchen etwa 2900 geflüchtete Menschen zur Unterbringung zugeteilt worden. Die Stadt Bochum hat gemäß ihrer Größe mehr Geflüchtete aufgenommen: für den Stadtteil Wattenscheid sind 883 untergebrachte Menschen gelistet.

Wer kümmert sich um sie?

In Gelsenkirchen kooperiert die Stadt Gelsenkirchen hinsichtlich der Unterbringung, Beratung und Begleitung von Geflüchteten eng mit den Wohlfahrtsverbänden. Für ihre Angebote wurden gemeinsame Standards erarbeitet. Die Diakonie unseres Kirchenkreises hat neben der langjährigen Asylverfahrensberatung vor allem die Erst- und Regelunterbringung in Projektwohnungen übernommen. Dabei wird der hohe Wohnungsleerstand in Gelsenkirchen genutzt, um in Kooperation mit den Wohnungsbaugesellschaften in größerer Zahl geflohene Menschen aus den Gemeinschaftsunterkünften in dezentrale, zunächst von der Stadt angemietete Wohnungen unterbringen zu können.
Die Wohlfahrtsverbände haben die Stadtteile untereinander aufgeteilt, um ortsnah in den verschiedenen Quartieren Stützpunkte für Beratung und Begleitung, sowie Integrationsleistungen anzubieten. Das Diakoniewerk hat seit März 2016 neben der Dreifaltigkeitskirche in Erle die „Lichtung“ eingerichtet, wo eine tägliche Sprachstunde stattfindet und Sprachkurse sowie ein Begegnungscafé entstehen. Außerdem findet eine intensive werksinterne Vernetzung statt: Auch der Jugendmigrationsdienst und eine hauptamtliche Ehrenamtskoordination bieten ihre Dienste an.
In Wattenscheid erfolgt die Flüchtlingshilfe weniger über die Wohlfahrtsverbände, dafür aber, wie in einigen Gelsenkirchener Gemeinden, intensiv über das ehrenamtliche Engagement der Runden Tische. Das Netzwerk Flüchtlingshilfe in Wattenscheid, die Brückenbauer in Höntrop und das Begegnungscafé in Günnigfeld betreuen Gemeinschaftsunterkünfte, organisieren patenschaftliche Begleitungen und bieten regelmäßige Kontaktgelegenheiten in unterschiedlicher Form an.

Es gibt offenbar drei verschiedenen Formen der Unterbringung. Wie sehen die aus?

In den Kommunen sind zur Entlastung der zentralen Landesaufnahmestellen Nebenstellen errichtet worden. In Gelsenkirchen sind es die Grundschule an der Mehringstraße und die Emscher-Lippe Halle, die zurückgegeben werden, sobald das Land auskömmliche langfristige Lösungen gefunden hat. Für die der Kommune zugewiesenen Menschen werden Gemeinschaftsunterkünfte eingerichtet, wo sich mehrere Personen Wohnräume teilen müssen. In Gelsenkirchen wird mehrheitlich eine Unterbringung in dezentralen Wohnungen für Familien und Wohngemeinschaften angestrebt, in denen sich die Flüchtlinge selbst mit Mitteln nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz versorgen können. Inmitten einer normalen Nachbarschaft sollen sie sich orientieren, ihre sozialen Kontakte finden und ihr Leben organisieren. Dabei finden sie vielfältige Unterstützung in den Angeboten des Diakoniewerks, der Kirchengemeinden und der anderen Wohlfahrtsverbände.

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