„Friede, Schalom, Salam auf Erden…“

Der christliche Beitrag zum Frieden

Prof. Dr. Berthold Klappert. FOTO: CORNELIA FISCHER

 

GELSENKIRCHEN – „Ohne Schuldübernahme gibt es keine Friedenshoffnung.“ Diese These vertrat Dr. Berthold Klappert (Wuppertal) bei einem Vortrag im Stephanushaus der Kirchengemeinde Buer am 24. April. Klappert ist Professor für Systematische Theologie und war Referent auf der zweiten Vortragsveranstaltung der Reihe „Friede, Schalom, Salam auf Erden“ in Buer. In der Reihe geht es um die Frage, welchen Beitrag zum Frieden Judentum, Christentum und Islam leisten. Nachdem am ersten Abend der jüdische Historiker Guenther B. Ginzel zum jüdischen Friedensbeitrag Stellung genommen hatte, referierte Klappert über die christliche Friedensbotschaft.

„Menschsein heißt, wir wollen selbst Richter sein“, sagte Klappert in Anlehnung an den Schweizer Theologen Karl Barth und benannte damit das nach seiner Einschätzung größte Hindernis an einem gerechten Frieden. „Eigenes Richten führt immer dazu, dass wir uns selbst frei- und die anderen schuldig sprechen.“ Klappert betonte, dass der Zusammenhang von Selbstgerechtigkeit und Gewalt schon in der Bibel an vielen Stellen zu finden sei. Es gelte, diese Gewalttraditionen wahrzunehmen und theologisch zu deuten. Als prominentes Beispiel nannte er Judas, der Jesus verraten habe, weil er verdorben war durch zelotische Ideologie und religiösen Eifer. „Religiöser Fanatismus ist bis heute Ursache von Unfrieden überall auf der Welt“, sagte er. Es gelte, Gewalttraditionen nicht nur in anderen Religionen zu suchen, sondern die eigenen zu benennen. „Die Bibel verschweigt diese Traditionen nicht, um zu einer Umkehr von Gewalt aufzurufen“, sagte Klappert.

Der christliche Beitrag zum Frieden müsse sein, die Botschaft laut werden zu lassen, dass erst das eigene Schuldbekenntnis Frieden möglich macht. Als Beleg zitierte Klappert die ersten vier Verse aus dem vierten Kapitel des Michabuches. „Schuldbekenntnis, Gerichtsannahme und Schuldübernahme sind die Voraussetzungen für einen gerechten Frieden“, sagte er. „Der berühmte Satz aus Micha 4,4 (‚Schwerter zu Pflugscharen’) ist keine Utopie, sondern eine Verheißung.“ AR

Um den Friedensbeitrag des Islam geht es am Dienstag, 8. Mai, um 19 Uhr im Stephanushaus an der Westerholter Straße 94 in Gelsenkirchen-Buer. Referentin des Abends ist Luise Becker aus Köln.

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