„Es ist mir eine Ehre, Presbyterin zu sein“

Jeanne Otto-Bairaktaris im Gespräch mit Christine Hoefermann

Jeanne Otto-Bairaktaris, Presbyterin und Finanzkirchmeisterin in Wattenscheid. FOTO: CHRISTINE HOEFERMANN.

WATTENSCHEID. Für die nächste Kirchenwahl am 24. Februar 2008 suchen die Kirchengemeinden bereits jetzt Frauen und Männer, die bereit sind, sich als Presbyterin oder Presbyter zur Wahl zu stellen. Christine Hoefermann sprach mit Jeanne Otto-Bairaktaris darüber, was es für sie bedeutet, Presbyterin zu sein.

Christine Hoefermann: Warum sind Sie Presbyterin geworden?

Jeanne Otto-Bairaktaris: Ich war schon immer in der Kirche aktiv. Als Jugendliche habe ich in einer Kleiderkammer geholfen und später im Chor mitgesungen. Als ich vor zehn Jahren mit meinem Mann und den drei Kindern nach Wattenscheid-Höntrop zog, habe ich hier in der Gemeinde Anschluss gesucht und gefunden. 1999 hat mich der Pfarrer dann gefragt, ob ich nicht Presbyterin werden wollte. Dieses Amt angeboten zu bekommen, hat mich sehr geehrt. Nach einigem Nachdenken bin ich im Jahr 2000 zur Wahl angetreten und gewählt worden.

 

Welchen Aufgabenbereich haben sie in der Gemeindeleitung übernommen?

Seit 2001 bin ich Finanzkirchmeisterin und so nach und nach kamen immer mehr Ämter dazu, die aber nicht unbedingt zum Presbyterium gehören. Ich bin Mitglied des Synodalen Finanzausschusses, also auf Kirchenkreisebene und in den Frauenausschüssen auf kreis- und landeskirchlicher Ebene.

 

Haben Sie auch beruflich mit Finanzen zu tun?

Nein, ich arbeite als Bauzeichnerin, Kinderbuchberaterin und Hausfrau. Von den Finanzen hatte ich vor dem Amt keine besonderen Kenntnisse. In den ersten Jahren habe ich mich intensiv eingearbeitet und jetzt macht mir dieser Aufgabenbereich besonders viel Spaß.

 

Worin liegt der Spaß, wo es doch jetzt oft darum geht, zu sparen und zu streichen?

Für mich besteht dieses Amt nicht nur aus Zahlen. Ich sehe es eher als eine Schnittstelle. Ich als Person bin die Verbindung zwischen den Gemeindegliedern und der Gemeindeleitung, dem Presbyterium, zum Teil bin ich auch als Ansprechpartnerin Schnittstelle zwischen den Haupt- und den Nebenamtlichen in unserer Gemeinde. Es ist mir ganz wichtig, die einzelnen Menschen im Blick zu haben. Die Finanzen müssen zwar stimmen, aber wenn wir uns auf Gottes Wort verlassen, sind es doch eigentlich die Menschen, die zählen und denen wir unsere Aufmerksamkeit schenken müssen.

 

Hat es sich für sie gelohnt dieses Amt zu übernehmen?

Ja, es hat sich gelohnt. Erst bin ich ins kalte Wasser gesprungen, aber über die Jahre konnte ich mir enorm viele neue Fähigkeiten aneignen. Heute gibt es über die Initiative „Kompetent im Ehrenamt“ Fortbildungsangebote zu den einzelnen Bereichen, die in der Gemeinde so anfallen. Seitdem ist die Einarbeitung viel einfacher geworden.

 

Im nächsten Frühjahr finden wieder Presbyterwahlen statt. Würden Sie anderen empfehlen auch Presbyterin oder Presbyter zu werden? Und welche Fähigkeiten braucht man dafür?

Ja, ich würde es auch anderen empfehlen, sich in der Gemeindeleitung einzubringen. Die Treffen sind ein guter Austausch, hier kann man sich kreativ einbringen und arbeitet gemeinsam für ein gutes Ergebnis. Es ist wichtig, dass man Interesse an seiner Gemeinde hat, und man muss sich auf die anfallenden Themen einlassen können. Man muss nicht besonders redegewandt sein, dafür aber teamfähig - und eine Prise von Leitungskompetenz kann auch nicht schaden. Jede und jeder hat doch besondere Talente, die einzubringen sich lohnt . Es ist gut, wenn die Gruppe der Presbyter möglichst vielfältig ist. -tine 

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