Er hätte auch sein Bett hier aufgebaut

Die Bismarcker Christuskirche ist nach dem Umbau viel heller geworden

Praktisch und schön: In einem der neu geschaffenen Räume malten die Kinder zum Erntedankfest, während die Erwachsenen im Kirchenschiff die Predigt von Pfarrer Dieter Eilert hörten.

Praktisch und schön: In einem der neu geschaffenen Räume malten die Kinder zum Erntedankfest, während die Erwachsenen im Kirchenschiff die Predigt von Pfarrer Dieter Eilert hörten.

Damit man nicht gegen die Wand (pardon: die Scheibe) rennt, steht auf der großen Glaswand im Hintergrund, die aus dem Seitenschiff einen eigenen Raum macht, das ‚Losungswort‘ der ehemaligen Kirchengemeinde Bismarck (heute Teil der Apostel-Kirchengeme

Damit man nicht gegen die Wand (pardon: die Scheibe) rennt, steht auf der großen Glaswand im Hintergrund, die aus dem Seitenschiff einen eigenen Raum macht, das ‚Losungswort‘ der ehemaligen Kirchengemeinde Bismarck (heute Teil der Apostel-Kirchengemeinde Gelsenkirchen): „Einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.“ FOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Evangelisches Gemeindeleben findet immer unter dem Kreuz statt. So ist es im Geiste – aber in der Christuskirche Bismarck ist es jetzt tatsächlich so. Von allen drei neu geschaffenen Räumen in dem 1901 erbauten Gotteshaus hat man nun einen ungehinderten Blick auf das Kreuz im Altarraum. Denn die Wände sind aus Glas.

Zum Erntedankfest konnte die Kirche mit einem wahren Festgottesdienst wieder eröffnet werden. Für die Umbaumaßnahmen war sie seit dem 15. Juli geschlossen.

Pfarrer Dieter Eilert ist heilfroh, dass es wirklich pünktlich geklappt hat – und begeistert von dem Ergebnis. „Anhand der Pläne hatten wir zwar eine Vorstellung davon, aber wir sind trotzdem noch einmal positiv überrascht worden.“ Was sich keine so ganz ausmalen konnte, war, wie viel Licht in die Kirche fällt, wenn die Mauern zwischen Vorraum und Kirchenschiff durch Glas ersetzt werden. „Die Fenster neben dem Portal haben wir nie so richtig wahrgenommen. Jetzt kommen sie voll zur Geltung.“


Ein Moratorium verzögerte den Umbau

Geradezu brechend voll war die Kirche an diesem 6. Oktober. Die Gemeinde hat eine lange Durststrecke hinter sich auf dem Weg zu diesem Umbau. Bereits 2010 hatte sie sich von ihrem Gemeindehaus an der Paulstraße getrennt, letztes Jahr wurde auch die Gnadenkirche mit Gemeindezentrum geschlossen. Aber als das Geld für den Umbau da war und die Pläne fertig, kam das Moratorium des Kirchenkreises. So verzögerte sich alles, bis die Apostel-Gemeinde eine Ausnahmegenehmigung von der Kreissynode erhielt.


Danke, dass Ihr durchgehalten habt

Bei der symbolischen Schlüsselübergabe nach dem Gottesdienst dankte Eilert in besonderer Weise Kirchmeister Wolfgang Ehmke: „Ohne ihn wäre das alles so nicht möglich gewesen und in den letzten Wochen war er, glaube ich, häufiger hier auf der Baustelle als zu Hause. Er hätte hier auch sein Bett aufgebaut. Aber dafür war es wohl doch zu dreckig.“ Er dankte auch „den Gruppen, die der Christuskirche trotz schwierigster Bedingungen die Treue gehalten haben. Danke dass Ihr durchgehalten habt.“ Zuletzt wandte er sich an den Architekten Dr. Hermann Klapheck „der unsere Christuskirche so positiv verändert hat, der mehr Licht in die Kirche gebracht hat und eine ganz neue wunderbare Ästhetik. Aber nicht nur das. Er hat auch nicht die Geduld mit uns verloren. Seit ungefähr acht Jahren sind wir nun im Kontakt und Sie haben unzählige Entwürfe gemacht. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob Sie überhaupt noch damit gerechnet haben, dass es noch was wird mit der Christuskirche.“


Auflagen des Denkmalschutzes

Auch das muss erwähnt werden: Ein kleines zusätzliches Häuschen schmiegt nun draußen an die Apsis. Darin sind die Toiletten untergebracht. Und wer den vergläserten Gang, der sie mit der Kirche verbindet, als überflüssigen Luxus empfindet, dem sei ein Stichwort genannt: Denkmalschutz! Und den macht nicht die Gemeinde, sondern dessen Auflagen muss sie erfüllen.

Wer mal gucken möchte: Sonntags um 10 Uhr beginnt der Gottesdienst, aber auch zu vielen anderen Zeiten in der Woche ist hier viel los: Trinenkamp 46, 45889 GE-Bismarck.

mehr zum Thema: www.kirchegelsenkirchen.de/infos/nachrichten/einzelansicht/artikel/dringend-gebraucht-und-endlich-genehmigt.html

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