Eine Stadt bereiten, in die Gott gerne einzieht

Der Stadtverband der Frauenhilfe Gelsenkirchen wurde 100 Jahre alt

Stadtverbandspfarrer Norbert Deka (stehend) begrüßte die Festgemeinde. Die Leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, Angelika Weigt-Blätgen (vorne links) hielt die Festpredigt. Stadtverbandsvorsitzende Karla Böhm (vorne rechts) blickte beim Empfang auf die bewegte Geschichte der Frauenhilfen in Gelsenkirchen zurück. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – „Nehmen wir doch die nächsten einhundert Jahre unter die Füße.“ Angelika Weigt-Blätgen, Leitende Pfarrerin der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, machte Mut für das Kommende. Ihre Festpredigt zum 100. Geburtstag des Frauenhilfe-Stadtverbandes Gelsenkirchen stand unter dem Wort aus der Offenbarung des Johannes „Seht: Ich mache alles neu.“ (Kapitel 21, Vers 5)

Jede Planung für die Zukunft, so Weigt-Blätgen, beginne mit der Verständigung auf eine Vision. Um die Vision von Gottes neuer Welt lebendig zu erhalten, brauche es Hoffung, Erfahrung in der Gemeinschaft der Glaubenden und die liebende Zuwendung zu anderen. Der Frauenhilfe Stadtverband habe das in seiner Geschichte erlebt: „Auf Hoffnung hin sind Menschen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ins Ruhrgebiet gekommen, auf der Suche nach Arbeit und Zukunft, viele haben sich in unseren Kirchengemeinden beheimatet. Für die Frauenhilfe Herausforderung und starke Wurzel zugleich.“

Weigt-Blätgen nahm die Festgemeinde mit auf den Weg in die Zukunft. „Wir dürfen doch glauben, dass Gott selbst dem Tod Leben abringen kann, dass er alles, wirklich alles neu machen kann. Wir haben alles, was wir brauchen. Worauf warten wir noch? Nehmen wir doch die nächsten einhundert Jahre unter die Füße. Gott will bei uns wohnen, bereiten wir ihm eine Stadt, in die er gerne einzieht.“

Da es in Gelsenkirchen keinen Festsaal gibt, in den alle Mitglieder (rund 1000) hineingepasst hätten, gab es am 25. November als einzige Zentralveranstaltung zum Jubiläum des Stadtverbands der Evangelischen Frauenhilfe Gelsenkirchen einen Festgottesdienst in der Evangelischen Altstadtkirche in GE-Mitte. Anschließend fand ein kleiner Empfang im Gemeindehaus statt.

In den acht Kirchengemeinden Gelsenkirchens südlich der Emscher gibt es jeweils eine bis vier Frauenhilfe-Gruppen. Der Verband kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken. Er legte 1927 den Grundstein für das heutige „Evangelische Kinder- und Jugendhaus“ an der Schlosserstraße, indem er (zunächst am Wiehagen) ein „Mütter- und Säuglingsheim“ aufbaute. Er gründete und betrieb die Bahnhofsmission, schickte unterernährte Kinder zur Erholung nach Minden und kaufte schließlich einen Hof im Bergischen Land, um Frauen einen Urlaub zu ermöglichen – in einer Zeit, in der ein Urlaub oder sogar eine Urlaubsreise für Arbeiterfrauen und Mütter nahezu unerreichbar waren.

Die Vorsitzende des Frauenhilfe-Stadtverbandes Gelsenkirchen, Karla Böhm, hat in den Archiven gestöbert und neben dem geschichtlichen Überblick hinreißende Anekdoten zusammengestellt. Dazu gehört der –laut Protokoll – „Höhepunkt“ einer Tagung in Form einer biblischen Ansprache von Frau Kreisschulinspektor Hoffmann: „Reicher Beifall lohnte die Rednerin, die trotz zweimaligen Erlöschens der elektrischen Beleuchtung die Zuhörerinnen so zu fesseln verstand, dass während der Dunkelheit die Ruhe völlig gewahrt blieb.“ Heute undenkbar ist ein Beschluss aus dem Jahr 1924 im Ortsverein Rotthausen, keine Frauen mehr aufzunehmen, die älter als 50 Jahre sind. KB

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