Eine gute Nachricht: mehr Alte!

Lila Salon denkt quer zur demografischen Entwicklung

„Alt“ ist relativ, meint Dr. Antje Schrupp (rechts), hier im Bild mit Pfarrerin Antje Röckemann vom Gender-Referat des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Am 17. September hat der dritte Lila Salon in diesem Jahr im Café bei Kirchens in Bulmke stattgefunden. Referentin war die Politologin, Journalistin und Autorin Dr. Antje Schrupp aus Frankfurt zum Thema der älter werdenden Gesellschaft. „Es ist eine gute Nachricht, dass mehr Menschen als früher älter werden – und nicht an Arbeitsunfällen, Geburten, Krankheiten sterben, sondern ‚am Alter‘“. Das Problem seien nicht die Alten, so Schrupp, sondern unsere Sozialsysteme, die vor etwa 100 Jahren entwickelt wurden und nicht darauf eingestellt seien. Allein der Begriff „Rentenversicherung“ mache das deutlich. Eine Versicherung schließe man ja gegen den hoffentlich nicht eintretenden Schadensfall ab, der Eintritt in den Rentenstand sei aber doch als Glücks- und Normalfall zu betrachten. Eine Veränderung der Rentenabsicherung hätte also schon längst geschehen müssen. Stattdessen, so meinte Schrupp, hätte die Politik in den 1980er Jahren die Menschen vorzeitig in Rente geschickt. Dadurch hätte sich das Problem der Rentenabsicherung verschärft, und das Problem der zunehmenden Arbeitslosigkeit sei umgangen worden.

Das biologische Alter, so Schrupp, sei heute wenig aussagekräftig und relativ. So würde eine 44-jährige Leistungssportlerin als alt betrachtet, eine 44-jährige Bischöfin dagegen als jung. Und während Sechsjährige relativ ähnlich sind, weswegen auch das Einschulungsalter für alle gleich sein könne, seien 75-Jährige eben sehr unterschiedlich.

„Die Zukunft können wir nicht voraussagen, wir können sie nur gestalten. Und dafür brauchen wir neue Bilder, wie Altsein aussehen kann“, so Schrupp. Damit eröffnete sie die Diskussion unter den Teilnehmerinnen. Einig waren sich diese darin, dass das Etikett „Alt“ heute genauso wenig über einen Menschen aussage wie – nicht nur früher – das Etikett „Frau“. Die Anwesenden stimmten Schrupp auch darin zu, dass man von Älteren gut lernen könne: Sie seien partiell autonom und selbstständig, und partiell hilfsbedürftig – so wie alle Menschen. Die wenigsten Alten seien vollständig auf Hilfe angewiesen, und immerhin 16% der Pflegebedürftigen seien unter 65, also keineswegs wegen des Alters hilfsbedürftig.

Das Schlusswort hatte eine Teilnehmerin: „Sie sollten das mal im Bundestag vortragen, damit die zu vernünftigen Entscheidungen kommen.“ röck

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