Eine Carrera-Bahn zu Weihnachten

ISPA-Adventsfeier im Gelsenkirchener Bildungszentrum

Wie kommt man mit 345 Euro pro Monat über die Runden? Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes für Gesundheit und Soziales wollen diese Frage beantworten. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Am Ersten Advent hat das Industrie- und Sozialpfarramt des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid (ISPA) sein traditionelles „Gemeindefest“ durchgeführt. Es fand statt im Bildungszentrum an der Ebertstraße, im Foyer vor der Stadtbibliothek. „Zu unserer Adventsfeier laden wir alle ein, die im Laufe eines Jahres mit uns Kontakt hatten“, sagte Sozialpfarrer Dieter Heisig. Dementsprechend bunt war die Gästeliste: Hartz-Betroffene, Betriebsräte, ehemalige ISPA-Mitarbeitende, Lehrerinnen und Lehrer oder Gewerkschaftsangehörige gehörten dazu.

In diesem Jahr stand die Feier unter dem Titel „HARTe Zeiten“. Zentraler Programmpunkt war die Eröffnung einer Ausstellung zum Thema Hartz IV. Sie zeigt Statistische Daten, Interviews mit Betroffenen, Kirchliche Verlautbarungen oder Transparente von Demonstrationen. Daneben gibt sie Informationen zur Hartz IV-Selbsthilfegruppe, die sich regelmäßig im Kreiskirchenamt trifft.

Die Ausstellung ist das Ergebnis der Arbeit von Marlies Mrotzek, einer Hartz IV-Betroffenen, die im Rahmen „Ein-Euro-Jobs“ ein halbes Jahr im ISPA arbeitete. Unterstützt wurde sie von Pfarrer Dirk Bültmann, der für die gestalterische und technische Umsetzung sorgte.

„Wir wussten gar nicht, wie eingeschränkt das Leben ist, wenn 345 Euro im Monat reichen müssen“, sagten einige erstaunte Besucher. In diesem Sinne widersprach Heisig in seiner Andacht dem Bundessozialgericht, das unlängst geurteilt hatte, dass mit der Summe ein auskömmliches Leben möglich sei. „Vielleicht ist das Urteil ja Recht – aber bestimmt nicht gerecht.“, sagte er.

Ein Höhepunkt der Feier war der bewegende Bericht einer Hartz IV-Betroffenen. „Mein Sohn träumt schon lange von einer Carrera-Bahn, aber für Weihnachtsgeschenke reicht das Geld vorne und hinten nicht“, erzählte sie. Dass sie ihrem Sohn nun doch diesen Wunsch erfüllen kann, verdankt sie dem ehemalige ISPA-Zivi Dirk Grünhagen, der sich einer neuwertigen Carrera-Bahn in seinem Keller erinnerte und sich leichten Herzens davon trennte, um der arbeitslosen Frau eine Freude zu machen. AR

Die Ausstellung „HARTe Zeiten“ ist noch bis zum 22. Dezember im Bildungszentrum zu sehen.

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