Ein starkes Stück Kirche (1)

„Wir brauchen die Bewahrer und die Revoluzzer!“

„Kirche ist lebendige Gemeinschaft und es ist schön, hier kreativ mitwirken zu können“, sagt Jennifer Hill und hofft auf viele neue Tatkräftige, die sich zur nächsten Presbyterwahl aufstellen lassen. FOTO: FRAUKE HAARDT-RADZIK

„Kirche ist lebendige Gemeinschaft und es ist schön, hier kreativ mitwirken zu können“, sagt Jennifer Hill und hofft auf viele neue Tatkräftige, die sich zur nächsten Presbyterwahl aufstellen lassen. FOTO: FRAUKE HAARDT-RADZIK

Sie tragen Verantwortung, müssen oft schwierige Entscheidungen treffen und einiges aushalten: Unsere Presbyterinnen und Presbyter sind ein starkes Stück Kirche. In dieser Serie fragen wir nach ihrer Arbeit in den acht Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid. Was macht Freude? Was ist mühsam? Und welche Erfahrungen sind wertvoll?

GELSENKIRCHEN – Sie engagiert sich schon seit acht Jahren und möchte auch zukünftig weiter Verantwortung im Presbyterium übernehmen: Jennifer Hill wirkt mit Freude und viel Tatkraft in der Emmaus-Gemeinde mit. „Kirche ist lebendige Gemeinschaft und dazu braucht es Menschen, die sich engagieren“, stellt die 49-Jährige fest und wünscht sich, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten auch zukünftig in dieser lebendigen Gemeinschaft mitmischen.

„Ich selbst bin damals im Jugendheim angesprochen worden, ob ich es mir nicht vorstellen könnte zu kandidieren“, erinnert sich die zweifache Mutter. Damit war auch schnell klar, dass sie sich besonders im Jugendbereich einbringen würde. „Dann kam der Pfarrer zu mir und erklärte, worum es beim Presbyteramt eigentlich geht und was so die Aufgaben sind. Er hat aus meiner Sicht aber ein bisschen geflunkert, was so den Zeitrahmen anbelangt“ lacht Hill im Rückblick. Einmal im Monat die Presbyteriumssitzung und noch so ein bisschen nebenher, hat er gesagt. Dass es damit natürlich nicht getan ist, wurde der berufstätigen Presbyterin sehr schnell klar.

„Ich fand es insgesamt extrem komplex, weil ich gemerkt hab, viele Dinge sind mir überhaupt nicht klar, die so im Hintergrund laufen.“ Doch Bange machen gilt nicht und Jennifer Hill ließ sich nicht abschrecken: „Ich hatte schnell das Gefühl, dass ich sehr willkommen geheißen war und alle bemüht waren, mir Dinge zu erklären.“

Damit konnte sie sich rasch in alles einarbeiten und mit dem ihr eigenen Elan neue Impulse setzen. „Ich bin jemand, die dann auch gern flott zur Sache kommt und am Anfang bin ich doch das ein oder andere Mal vor die Wand gelaufen, weil ich schneller war, als Kirche eigentlich sein kann.“ Dass es mitunter viel Geduld erfordert, die anderen im Presbyterium von neuen und ungewohnten Ideen zu überzeugen, hat Hill im Laufe der Jahre gelernt.

Besonders schwierig findet sie, damit zurecht zu kommen, dass sich Kirche wandelt, dass immer weniger  Geld zur Verfügung steht, dass auch sie mit entscheiden muss, dass Kirchen geschlossen werden. Da nicht den Mut zu verlieren, findet sie trotzdem sehr wichtig.

Was sollte man mitbringen, wenn man sich für das Amt als Presbyterin interessiert? „Nichts spezielles, denn wir brauchen ganz viel unterschiedliche Menschen, mit ganz viel unterschiedlichen Ideen und ganz viel unterschiedlichen Fähigkeiten. Weil die Probleme, mit denen wir uns beschäftigen und auch der Wandel, mit dem wir uns beschäftigen müssen, einfach ganz viel unterschiedliche Fähigkeiten und Ressourcen fordert und insofern ist jeder, der hier mitmachen möchte, wichtig und erwünscht und hilfreich. Wir brauchen die Bewahrer und die Revoluzzer!“

Ein starkes Stück Kirche!

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