Ein echtes Erfolgserlebnis

Gemeinde sammelt für Turm der Apostelkirche

Der Blick vom Rathausturm in Buer auf den eingerüsteten Turm der Apostelkirche. FOTO: CORNELIA FISCHER

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe setzen sich auch für ein neues Geläut ein. Die alten Stahlglocken müssen gegen neue, leichtere Bronzeglocken ausgetauscht werden. FOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Wer im Herbst 2008 über die Horster Straße in Buer fährt, kann ihn sehen, den eingerüsteten Glockenturm der Apostelkirche. Die Sanierungsarbeiten sind in vollem Gange. Ein Bauzustandsbericht des Architekturbüros Harder & Pöpsel aus dem Jahre 2006 hatte es nämlich zu Tage gebracht: Der bedrohlich schwankende Turm muss stabilisiert werden und die alten Stahlglocken von 1956 sind verschlissen.

Bis die Bauarbeiten dann endlich aufgenommen werden konnten, war es ein langer Weg. Immerhin mussten insgesamt 259.000 Euro für Turmsanierung und Geläut aufgebracht werden. So rief die damalige Evangelische Kirchengemeinde Gelsenkirchen-Buer (heute Teil der Trinitatis-Kirchengemeinde Buer) parallel zur Gründung eines Fördervereins die „AG Glockenturm Apostelkirche“ ins Leben. Sie erwies sich bis heute als Aktivgruppe, wie Pfarrer Klaus Venjakob berichtet: „Dieser Arbeitskreis ist ein echtes Erfolgserlebnis in meinem Gemeindepfarramt. Ich erfuhr, dass acht bis zehn Personen eine Menge erreichen können.“

Und was sie erreicht haben, lässt sich mit Zahlen nur annähernd wiedergeben. Denn die beachtliche Summe von knapp 152.800 Euro, die die Arbeitsgruppe und der Förderverein durch Spenden und den Erlös aus Aktionen und Gemeindeveranstaltungen aufgebracht haben, ist nur die eine Seite der Medaille. Mindestens genauso wichtig ist es, dass eine ganze Gemeinde und viele Menschen darüber hinaus motiviert werden konnten, für „ihren“ Turm zu spenden.

Denn ohne Glocken fehlt etwas. So ging es auch dem Bueraner Juwelier Helmut Fritsch. Eines Tages sagte sein Enkel Marlon zu ihm: „Opa, die Glocken läuten nicht mehr.“ Da hatte Opa eine Idee. Er verkaufte zugunsten der Turmsanierung in seinem Geschäft kleine goldene Engel des Künstlers Heinz Schäpers. Der Erlös aus diesen Verkäufen beträgt bis heute rund 600 Euro.

Ein weiteres Beispiel: In den Auseinandersetzungen um die drohende Schließung des Bergwerks Hugo wurde die Apostelkirche im Februar 1997 vierzig Tage symbolisch besetzt. Daran erinnerte sich die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie und bekundete ihre Solidarität mit einer größeren Spende.

Last but not least: Die Katholische Pfarrgemeinde St. Urbanus sammelte 1.750 Euro in ihrem Vereinigungsgottesdienst.

Die Liste der Spenden für den Turm der Apostelkirche ist lang. Da finden sich die Spenden einer Einzelperson in Höhe von 20.000 Euro oder jeweils 10.000 Euro von Sparkasse und Volksbank. Aber auch eine Konfirmandengabe in Höhe von 330 Euro trug entscheidend zum Gesamterlös bei.

Hinzu kamen etliche Aktionen und Gemeindeveranstaltungen. Eine Kunstauktion Gelsenkirchener Künstler erbrachte 4.300 Euro, der Auftritt des Ruhrkohle-Chors erzielte einen Erlös von 1.800 Euro und der Kindergarten sammelte mit einem Second-Hand-Markt 400 Euro. Für den Herbst sind weitere Aktionen geplant, um die fehlenden 40.000 Euro aufzubringen. So wird die Raumausstatterin Brigitte Neukirchen in ihrem Geschäft auf der Horster Straße 27 edlen Trödel, Kunst- und Haushaltsgegenstände zugunsten der Turmsanierung verkaufen.

Neben der Instandsetzung des Turms steht natürlich noch die Erneuerung des Geläuts auf der Tagesordnung. Die vier Glocken müssen gegen neue ausgetauscht werden. „Ein nach Größe und Stimmung passendes gebrauchtes Geläut ist leider nicht verfügbar“, erklärt Venjakob und erläutert weitert: „Der Glockensachverständige der Landeskirche, Claus Peter, war vor Ort und hat uns eine Stimmung der Glocken empfohlen, damit sie mit den Glocken in der Nachbarschaft harmonieren. Und so viele gebrauchte Geläute sind nicht auf dem Markt.“ Mit 5.000 Euro zuzüglich Nebenkosten pro Glocke ist die Gemeinde dabei.

Alles in allem kann Klaus Venjakob mit seiner Gemeinde auf ein gelungenes Fundraising (zu deutsch: „Kapital beschaffen“) zurückblicken. „Die Ortsgemeinde bietet viele Chancen beim Fundraising. Sie identifiziert sich mit ihrem Kirchenraum und neben den Gottesdiensten finden lebendige Veranstaltungen in der Kirche statt. Die Menschen erleben, dass es sogar Freude bereiten kann, sich für eine Sache stark zu machen und Zeit, Ideen und Geld zu geben.“ DB

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