Der Pfarrdienst verändert sich

Antje Grüter hat in Buer eine halbe Pfarrstelle übernommen

Fühlt sich wohl in der Trinitatis-Gemeinde: Pfarrerin Antje Grüter.

Fühlt sich wohl in der Trinitatis-Gemeinde: Pfarrerin Antje Grüter.

Pfarrerin Karla Wessel: „Mit dem Pfarrdienst verändern sich auch die Kontakte zu den Gemeindemitgliedern.“ FOTOS: CORNELIA FISCHER

Pfarrerin Karla Wessel: „Mit dem Pfarrdienst verändern sich auch die Kontakte zu den Gemeindemitgliedern.“ FOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – In der Trinitatis-Kirchengemeinde Buer als Pfarrerin zu arbeiten, das macht Freude. So empfindet es Antje Grüter: „Diese Gemeinde hat eine hohe Wertschätzungskultur. Engagement und Fähigkeit der Mitarbeitenden werden wahrgenommen und benannt. Geduldig wird nach Lösungen gesucht und so auch kommuniziert. Der Umgang miteinander trägt und ermöglicht ein freies Arbeiten, in dem auch mal Fehler passieren dürfen.“

Im August 2018 ist Pfarrerin Grüter nach Buer gekommen, zunächst entsandt von der Landeskirche. Inzwischen ist sie vom Presbyterium zur Inhaberin der 1. Pfarrstelle gewählt worden. Am 2. Februar hat die Gemeinde mit einem Festgottesdienst ihre Einführung in das Amt gefeiert.

Pfarrerin Grüter beteiligt sich an allen pastoralen Aufgaben des vierköpfigen Pfarrteams. Sie hält Sonntagsgottesdienste mit Taufen und Trauungen, übernimmt Beerdigungswochen, hält Gottesdienste in zwei von vier durch die Gemeinde betreuten Seniorenzentren und steht dort auch für seelsorgliche Gespräche zur Verfügung. Einen Schwerpunkt setzt sie in der Öffentlichkeitsarbeit und sie stößt neue Projekte der Gemeinde an. Das klingt nach einer vollen Pfarrstelle – ist es aber nicht. Nachdem Pfarrer Klaus Venjakob in den Ruhestand gegangen ist, wurde diese Pfarrstelle nur zur Hälfte zur Wiederbesetzung freigegeben und zusätzlich auf sechs Jahre befristet.

„Mit einer halben Pfarrstelle kann Antje nicht alles machen, was Klaus vorher gemacht hat“, sagt Pfarrerin Karla Wessel, die Vorsitzende des Presbyteriums. „Wir haben Einiges umstrukturieren müssen. Das bedeutet auch: In der Leitung von Gruppen und Vereinen sind die Ehrenamtlichen selbstständig verantwortlich. Das Pfarrteam konzentriert sich auf die pastoralen Kernaufgaben wie Verkündigung und Seelsorge. Dafür gibt es in der Gemeinde viel Verständnis und unsere Ehrenamtlichen machen das richtig gut.“

Ein Beispiel: Eine Gruppe von fünf Frauen macht alle Geburtstagsbesuche – zu jedem 80. und 90. Wiegenfest, danach jedes Jahr (siehe Artikel: Geben ist eine feine Sache). Wessel: „Der Pfarrdienst verändert sich und die Kontakte verändern sich mit.“ Grüter: „Ich bin jetzt seit anderthalb Jahren hier und es entwickeln sich Beziehungen auf neue Weise.“ Beide Pfarrerinnen sehen das auch im gesellschaftlichen Kontext. Die direkte Kontaktaufnahme sei bei den Jüngeren gar nicht mehr üblich oder gewünscht. „Wann hat es bei Ihnen das letzte Mal unangemeldet an der Haustür geklingelt?“ fragt Wessel. „Und wie haben Sie reagiert?“

Pfarrerin Grüter begrüßt den Freiraum, den ihr die halbe Pfarrstelle gibt. Seit 2005 arbeitet sie als ausgebildete Supervisorin (auf Honorarbasis) für die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW). Sie berät haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende und Teams in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern der EKvW, wenn es hapert mit der Zusammenarbeit, in der Organisation des Alltags oder im Rollenverständnis. „Es ist eine spannende Arbeit, Menschen dabei zu unterstützen, neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.“

Die 57-Jährige wohnt mit ihrem Ehemann, Pfarrer Dieter Eilert, in Bismarck. Sohn Adrian ist 21 Jahre alt. In ihrer Freizeit erkundet sie gerne die Radwege in der Region, fotografiert, geht ins Theater und besucht Ausstellungen.

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