Den Frieden fördern, erhalten und stärken

Erklärung des Friedensbeauftragten der Evangelischen Kirche von Westfalen

Heiner Montanus ist Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid sowie Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen. FOTO: CORNELIA FISCHER

Heiner Montanus ist Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid sowie Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche von Westfalen. FOTO: CORNELIA FISCHER

Vor 80 Jahren – am 1. September 1939 – überfiel Nazi-Deutschland seinen Nachbarn Polen. Damit begann der Zweite Weltkrieg. In dessen Verlauf kamen mehr als 60 Millionen Menschen zu Tode. Die meisten von ihnen waren Zivilisten, vor allem solche aus der Sowjetunion und Polen. Zeitgleich wurden im Holocaust ca. 6 Millionen Menschen jüdischen Glaubens geplant ermordet.

Auch dieser Krieg hat eine Vorgeschichte: Zu ihr gehört, dass in Deutschland die noch junge Demokratie systematisch ausgehöhlt und zerstört wurde. Ein Nationalismus wurde ins Elitäre gesteigert. Menschen, die dem nationalsozialistischen Ideal nicht entsprachen, wurden verfolgt, eingesperrt, oft auch ermordet. Weil sie „anders“ waren: fremd, homosexuell, politisch missliebig, behindert, nicht zum Kriegsdienst bereit…

Weite Teile der Gesellschaft – in ihrer Mitte auch die evangelische Kirche – hatten aus Gleichgültigkeit, Angst oder Überzeugung dieser Entwicklung nichts entgegenzusetzen.
Damit wurde Schritt für Schritt der Krieg vorbereitet. Ein Krieg, der die ganze Welt umspannte und nach dem Einsatz von Atomwaffen endete.

Dieser Krieg hat auch eine Nachgeschichte. Zu ihr gehörten der Kalte Krieg, ein neues Denken in Blöcken, eine gigantische Hochrüstung. Aber inmitten all dessen festigte sich nach 1945 die neue Demokratie. Die Bundesrepublik wurde gegründet, das Grundgesetz sicherte Menschen- und Bürgerrechte. Es entstand ein Staat, der sich der Wohlfahrt aller verpflichtet weiß. Europa wurde als verbindende Einheit entdeckt. Aus Feinden wurden gute Nachbarn, sogar Freunde. Grenzen, die über Jahrzehnte als unüberwindbar galten, fielen.

Auf die guten Seiten dieser Nachkriegsgeschichte blicken wir froh und erleichtert zurück. Wir sagen: „Gott sei Dank!“. Dank für geschenkte Neuanfänge. Für Menschen und Institutionen, die Rechtsstaat und Demokratie gestärkt, verteidigt und weiterentwickelt haben. Dank auch dafür, dass unsere Kirche gelernt hat, aus der Kraft des Evangeliums heraus Rechtsstaat und Demokratie zu fördern und zu fordern.

80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wissen wir: Der Frieden, in dem wir nun seit 74 Jahren leben, lebt davon, dass immer wieder neu Bedingungen geschaffen wurden, die ihn fördern, erhalten und stärken. Er ist kein Selbstläufer. Das heißt für Gegenwart und Zukunft:

  • Wir dienen dem Frieden, wenn wir damit aufhören, nationalen Interessen den Vorzug zu geben zu Lasten von weltweiten Lebensbedingungen.

  • Wir dienen dem Frieden, wenn wir nicht weiterhin durch den Export von Rüstungsgütern die kriegerische Lösung von Konflikten fördern.

  • Wir dienen dem Frieden, wenn wir verstärkt investieren in zivile Konfliktbearbeitung, in Friedens- und Freiwilligendienste statt in militärische Verteidigung.

  • Wir dienen dem Frieden, wenn wir Europa als Friedensmacht stärken statt es zu einer militärischen Größe auszubauen.

  • Wir dienen dem Frieden, wenn wir auf einen Klimaschutz setzen, der nicht weiteres Wirtschaftswachstum zur Bedingung hat.

Wir dienen dem Frieden, wenn wir der biblischen Jahreslosung für 2019 folgen: „Wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, … der wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach.“ (1. Petrusbrief 3,10f.)

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