Bücher, die Mädchen stark machen

Lesekonzert zugunsten von medica mondiale e.V. stellt Kinderliteratur zum Thema Gewalt vor

Aleksandar Filić (links) begleitete das Lesekonzert am Piano. An der Lesung im Evangelischen Gemeindehaus Flöz Sonnenschein haben mitgewirkt: (v.l.) Dagmar Eckhart, Susanne von Suntum, Susanne Fischer, Antje Röckemann, Renate Richter, Josef Oeing und Mechtild Hohage. FOTO: CORNELIA FISCHER

Aleksandar Filić (links) begleitete das Lesekonzert am Piano. An der Lesung im Evangelischen Gemeindehaus Flöz Sonnenschein haben mitgewirkt: (v.l.) Dagmar Eckhart, Susanne von Suntum, Susanne Fischer, Antje Röckemann, Renate Richter, Josef Oeing, Mechtild Hohage und Karin Badar. FOTO: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Das Lesekonzert unter dem Titel „Lesen stärkt“ zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. November hatte „starke“ Kinder- und Jugendbücher im Fokus. Im Evangelischen Gemeindehaus Ückendorf wurde dem Publikum Literatur vorgestellt, die diese Erfahrungen sehr eindringlich schildern und mit Geschichten hilft, Kinder zu stärken. „Am heutigen Tag denken wir an die Ungerechtigkeit und die Gewalt, die viele Frauen als Kinder oder Erwachsene erleben.“, sagte Pfarrerin Antje Röckemann. Sie begrüßte die Anwesenden als Leiterin des Gender-Referats im Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid sowie als Mitglied der Aktion Weitblick: „Wir sind eine Initiative von Frauen aus Christentum und Islam, aus Gewerkschaft und Politik, aus Stadtverwaltung und einzelnen Engagierten. Wir setzten uns für medica mondiale ein und wir haben Spaß an Büchern. Wir setzen auf die Kraft der Literatur!“

Wegweisende Geschichten für Große und Kleine

Susanne Fischer von der Gleichstellungsstelle der Stadt Gelsenkirchen präsentierte drei gelungene Bücher, die Gewalt an Kindern thematisieren, aus denen die Schauspielerin Karin Badar anschließend vorlas. Badar hat einen persönlichen Bezug zu dem Thema: Als Couch führt sie Theaterprojekte für Frauen durch und bietet Selbststärkungstrainings für Mädchen an. Musikalisch begleitet wurde sie durch den aus Belgrad stammenden Pianisten Aleksandar Filić. Am Beispiel des Kinderbuchs „Klein“ der populären schwedischen Kinderbuchautorin Stina Wirsén wurde aufgezeigt, wie Literatur sich schon an ganz junge Menschen mit Gewalterfahrungen wenden kann. Mit einfachen aber bildkräftigen Illustrationen von Tierfiguren wird die Geschichte von Wusel erzählt. Ihm geht es nicht gut, da es zuhause viel Streit, Ärger und leider auch Gewalt gibt. Wenn Wusel, der auch Klein genannt wird, die fröhliche Kita-Welt verlässt, steht er zuhause den beiden Elternfiguren Groß und Stark oft hilflos gegenüber. Ein Buch wie dieses zeigt schon Dreijährigen, dass sie eine Situation wie diese nicht still ertragen müssen, denn für Wusel ändert sich alles, als er sich traut, der Kindergärtnerin Frau Traulich davon zu erzählen. Gleichzeitig spricht es mit voller Wucht auch die Erwachsenen Leser an, sich um alle zu kümmern, die klein sind.

Mut finden und sich Gehör verschaffen

Ein anderes Buch richtet sich an die Altersgruppe der Sechs- bis Achtjährigen: „Stille Post“ aus der Feder der Dänen Morten Dürr und Peter Bay Alexandersen beschreibt das Thema aus einer anderen Perspektive und ganz nah an der Lebenswirklichkeit von Kindern. Sarah und ihre Freundinnen spielen in den Schulpausen gerne Stille Post und laden ihre neue Mitschülerin Anna ein, mitzumachen. Sarahs Fröhlichkeit verfliegt sofort, als sie hört, was Anna ihr ins Ohr flüstert: ‚Mein Papa schlägt mich.' Sarah lässt das, was sie gehört hat, fortan keine Ruhe mehr. „Die sensible Erzählung setzt sich damit auseinander, wie Kinder den Mut finden können, über etwas zu sprechen, das ihnen Angst macht, und wie man sich Erwachsenen gegenüber Gehör verschafft. 'Stille Post' war in Dänemark so erfolgreich, dass es mittlerweile an vielen Schulen als Unterrichtslektüre eingesetzt wird.“, berichtete die stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte Fischer über dieses Buch.

Freundschaft macht stark

Das dritte vorgestellte Buch spricht Leserinnen und Leser im Teenageralter an und schildert eine herzerwärmende Freundschaftsgeschichte: „Mein Sommer mit Mucks“ von Stefanie Höfler handelt von Zonja, die es liebt, im Schwimmbad andere Leute zu beobachten. Sie lernt Muck kennen – er ist der erste Mensch seit Jahren, der ihr Freund werden könnte. Doch irgendetwas stimmt nicht mit ihm, und was es ist, findet sie den Sommer über heraus. „Dieses Buch ist in einfacher Sprache verfasst worden – vorbildlich!“, findet Fischer. Die Lesung wurde gemeinsam von der Gleichstellungsstelle der Stadt Gelsenkirchen, dem Gender-Referat im Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid, der Aktion Weitblick der Evangelischen Apostel-Kirchengemeinde und dem Runden Tisch gegen häusliche und sexualisierte Gewalt veranstaltet. Sie fand im Rahmen der 31. Bücherbörse im Gemeindehaus Ückendorf statt. Mit den Spenden, die während der Lesung gesammelt wurden, und den Einnahmen der Buchverkäufe werden durch die Organisation medica mondiale Frauen in Krisenregionen unterstützt.

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