Bildung für behinderte Kinder

Vor 40 Jahren entstand die Lebenshilfe in Wattenscheid

Mit liebevoller Zuwendung begegnen die Mitarbeiter der Lebenshilfe den Menschen in der Wohnstätte. FOTO: CORNELIA FISCHER

„Kinder sind eine Gabe Gottes und in jedem Kind begegnet uns Gott selber, weil er ja den Menschen – jeden Menschen – nach seinem Bild geschaffen hat.“ Mit diesem oder einem ähnlichen Satz im Hinterkopf setzten sich im Sommer des Jahres 1966 im Wattenscheider Ludwigs-Steil-Haus einige Männer und Frauen zusammen, um auch in der damals noch selbstständigen Ruhrgebietsstadt eine Ortsvereinigung der Elterninitiative LEBENSHILFE zu gründen. Der niederländische Pädagoge Tom Mutters hatte acht Jahre zuvor diese Organisation ins Leben gerufen, um im Namen vieler Eltern von Kindern mit einer geistigen Behinderung auch für diesen Personenkreis angemessene Bildungsmöglichkeiten zu schaffen.

Der damalige Diakoniepfarrer des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid, Pastor Hans Heyn, nahm die Idee von Tom Mutters auf und sammelte auch in diesen beiden Städten betroffene Eltern, um sich zusammen mit ihnen für die Belange geistig behinderter Kinder einzusetzen. In dem inzwischen verstorbenen Sonderschulrektor Franz Perrech fand er einen engagierten Mann, der aus seiner beruflichen Praxis nur zu gut wusste, dass ein Kind mit einer geistigen Behinderung in der damaligen Gesellschaft kaum eine Chance besaß, denn an eine Schulpflicht für diesen Kreis war noch nicht zu denken. Pfarrer Heyns Anliegen bestand darin, die Eltern dieser Kinder aus der Anonymität heraus zu führen und ihnen einen angemessenen Platz in der Öffentlichkeit zu verschafften. Zusammen mit Annemarie Brinckmann, selbst Mutter eines geistig behinderten Kindes, starteten er und die anderen Eltern und Freunde der LEBENSHILFE eine Kampagne, um die Anliegen des Kreises in die Öffentlichkeit zu tragen. Dazu diente auch, dass sich die Kinder regelmäßig in einem Jugendheim trafen, um dort von engagierten Personen unterrichtet zu werden. Im Jahre 1970 war es dann so weit. Auf Drängen der LEBENSHILFE konnte in Wattenscheid eine offizielle Schule für Schülerinnen und Schüler mit einer geistiger Behinderung ihren Dienst aufnehmen und damit das ein Jahr zuvor geänderte Schulpflichtgesetz auch für diesen Kreis verwirklichen. Selbstverständlich gehörte auch Religionsunterricht zur Stundentafel. Dieses Fach wird übrigens seit dieser Zeit von Pfarrer Willi Everding erteilt, der auch regelmäßig Konfirmationen mit seinen Schülerinnen und Schülern durchführt.

„Kinder sind eine Gabe Gottes und in jedem Kind begegnet uns Gott selber, weil er ja den Menschen – jeden Menschen – nach seinem Bild geschaffen hat.“ Dieser Satz war dann auch die Zentralaussage des ökumenischen Festgottesdienstes, zu dem sich aus Anlass der 40-jährigen Gründungsjubiläums die Wattenscheider LEBENSHILFE in der evangelischen Alten Kirche am Gertrudisplatz traf. Eine große Gemeinde war zusammen gekommen, um dieses Ereignis auch im Gottesdienst zu feiern. Voller Dankbarkeit blickte sie zurück auf vier Jahrzehnte Arbeit, in denen immer wieder etwas von der liebenden Hand Gottes spürbar war. WE

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