Berufsperspektiven aufbauen

ELNet hilft Flüchtlingen bei der Qualifizierung und der Suche nach Arbeitsplätzen

Das ELNet-Team: (von links) Nino Melashvili, Dr. Doris Beer und Claudia Quirrenbach. FOTO: ELNet

Das ELNet-Team: (von links) Nino Melashvili, Dr. Doris Beer und Claudia Quirrenbach. FOTO: ELNet

GELSENKIRCHEN – Gleich zwei Einrichtungen des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid stehen für ein spezielles Integrationsprojekt: Das Evangelische Industrie- und Sozialpfarramt sowie das Ausländer- und Flüchtlingsbüro sind für Gelsenkirchen Träger von ELNet, dem Emscher-Lippe-Netzwerk für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge. Es unterstützt Zugewanderte mit ungesichertem Aufenthaltsstatus darin, einen Arbeitsplatz oder eine Qualifizierung zu finden. Wenn es ihnen gelingt, finanziell auf eigenen Füßen zu stehen, können sie ihren aufenthaltsrechtlichen Status verbessern.

In Gelsenkirchen leben viele hundert Menschen, die als Flüchtlinge aus Kriegsgebieten oder aufgrund von Verfolgung nach Deutschland gekommen sind. Das Ausländerrecht sah für sie kein dauerhaftes Aufenthaltsrecht vor, sondern nur eine Kette von Duldungen, oftmals verbunden mit einem Arbeitsverbot. In ihre Herkunftsländer konnten sie nicht zurück. Sie und ihre hier geborenen Kinder blieben in Deutschland, in jahrelanger Unsicherheit über ihre Zukunft, abhängig von öffentlicher Unterstützung. Von vielen sinnvollen Qualifizierungen waren die Geduldeten rechtlich ausgeschlossen: Integrationskurse, berufliche Eingliederung, Fahrerlaubnisse. 

Nach jahrelangem Einsatz auch der Kirchen wurde vor einigen Jahren die Bleiberechtsregelung beschlossen: Sie ermöglicht es denjenigen, die den Lebensunterhalt für sich und ihre Familien selbst sichern, zu bleiben. Doch nach jahrelangen Arbeitsverboten, mit unzureichenden Deutschkenntnissen und mit veralteten Berufsqualifikationen, ist es außerordentlich schwierig, eine Arbeit zu finden. Es bleiben erstmal nur die einfachen Tätigkeiten: Putzen, Zeitung austragen, Hilfsarbeiten. Damit lässt sich auf die Dauer keine Familie ernähren.

Hier setzt das Projekt ELNet an. Es unterstützt die Flüchtlinge und Bleibeberechtigten darin, sich eine langfristige Berufsperspektive aufzubauen: mit Beratung, Vermittlung in Deutsch-Kurse, Ausbildungsstellen, Hilfe bei Bewerbungen und bei der Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen. ELNet bietet Sprechstunden in seinem Büro in der Luitpoldstraße 52 in Gelsenkirchen. Nach Terminvereinbarung (0209 - 359 881 28) kann man an seinen Bewerbungen arbeiten, Stellen suchen und Arbeitgeber anrufen.

Viele Einrichtungen helfen dabei mit: der Kirchenkreis ebenso wie die Stadt Gelsenkirchen und die Volkshochschule, die Bildungsträger in der Emscher-Lippe-Region, die die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung gezielt möglich machen. ELNet wird finanziert vom Bundesarbeitsministerium und der Europäischen Union.

„Eine Integration von Menschen in bezahlte Arbeit ist auch für die lokale Wirtschaft wichtig“, so Dr. Doris Beer, die zusammen mit Claudia Quirrenbach und Nino Melashvili das Gelsenkirchener ELNet-Team bildet. „Sie trägt dazu bei, den befürchteten Fachkräftemangel in vielen Branchen abzumildern. Die Bleibeberechtigten sind hoch motiviert, sich hier eine Existenz aufzubauen, dazu zu gehören und anerkannt zu werden.“ pm-elnet

Mehr zum Thema: www.elnet-bleiberecht.de

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