Ausdauer und Mitgefühl

Schülerinnen präsentieren „Ihre“ Stolpersteine in Leithe

Die sieben Schülerinnen der 10 b, Ayshe, Laura, Sally-Marie, Jill, Vanessa, Domenya und Corinna, sowie Ruth Rogalla und Martin Breuer hatten bei ihrer Präsentation die volle Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung im Gemeindesaal in Leithe. FOTO: ANDREAS CHAIKOWSKI

WATTENSCHEID – „Ihr habt meinen ganzen vollen Respekt, für das, was ihr da erarbeitet und recherchiert habt.“ So lautet das erste Statement einer Besucherin am Abend des 10. November im Gemeindesaal der Evangelischen Kirchengemeinde Leithe. Die Gemeinde hatte den 70. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November zum Anlass genommen, um zu einem Informations- und Gesprächsabend zum Thema „Stolpersteine“ einzuladen.

Stolpersteine werden an den Stellen in den Bürgersteigen vom Kölner Künstler Günter Demnig verlegt, wo Menschen jüdischen Glaubens zuletzt freiwillig gewohnt hatten. Bürgerinnen, Bürger, Schülerinnengruppen oder andere Initiativgruppen recherchieren dafür im Vorfeld Leben und Sterben/Ermordung dieser Menschen.

Ayshe, Laura, Sally-Marie, Jill, Vanessa, Domenya und Corinna aus der 10 b der Maria Sybilla Merian-Gesamtschule waren in Archiven (unter anderem in Münster), haben alte Zeitungen durchforscht und versucht, ehemalige Nachbarn und Augenzeugen zu befragen.

Die Stolpersteine der sieben Schülerinnen waren für die Leither von besonderem Interesse, denn Julie Löwenstein, Lina und Sally Habermann, vormals erfolgreiche Geschäftsleute, wohnten in der Vorwärtsstraße 2, die zur Leither Gemeinde gehört.

Lina und Sally Habermann starben am 1. und 14. Mai 1942 unter ungeklärten Umständen in Wattenscheid. Julie Löwenstein, die Schwester von Lina Habermann, wurde in Treblinka am 30. Juli 1942 ermordet.

Eindrucksvoll beschrieben die Schülerinnen in ihrer Präsentation die Lebensläufe dieser drei Wattenscheider jüdischen Glaubens. Es wurde sehr deutlich, wie viel Ausdauer, Geduld, Akribie, Interesse, Mitgefühl und Arbeit die jungen Menschen aufgebracht hatten.

Des „Schicksals“ der Familie Samuelsdorff aus der Hüller Straße 8 hatte sich Ruth Rogalla angenommen, die zwei Stolpersteine recherchierte: Für Robert Samuelsdorff, einen angesehenen Wattenscheider Fabrikanten, der 1942 in Mauthausen ermordet wurde, und für Fritz Samuelsdorff, der als Überlebender der KZ-Höllen die psychisch-seelischen Verletzungen nicht verkraftete und sich 1947 selbst tötete. Dabei konnte sie Kontakt zu einem Angehörigen der Beiden in Hamburg herstellen und bekam so bis dahin unbekanntes Material zur Auswertung. ACH

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