Aus Papier, Zahnstocher und Pralinenschachtelfolie: Stattliche Kirchen im Miniformat

Kirchenmodelle der Romanik und Gotik in der Christuskirche in Bismarck

Die Mini-Kirchenmodelle aus der 33-jährigen Schaffenszeit des Gelsenkircheners Rolf Schäfer zeigen Sakralbauten der gotischen und romanischen Zeit.

Lohnender Blick ins Innere: Dekorativ in einem Glasregal mit gekonnt gesetzter Beleuchtung lassen sich die im Maßstab 1:300 geschaffenen filigranen Kirchenmodelle von allen Seiten bestaunen. FOTOS:CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Schon als Schuljunge hat ihn die Architektur von Kirchen fasziniert: Der Gelsenkirchener Rolf Schäfer baut in seiner Freizeit filigrane Papiermodelle mittelalterlicher Kirchbauten. Die meisten sind reine Fantasie, doch jedes in der Christuskirche in Gelsenkirchen-Bismarck gezeigte Modell stellt ein Sammelsurium von tatsächlich existierenden Kirchen, gemixt mit künstlerischer Freiheit seines Erbauers, dar.

Die mächtigen gen Himmel strebenden Türme gotischer Kirchen: bei Rolf Schäfers Minimodellen übernehmen schon mal Zahnstocher diese Funktion. Die im Maßstab 1:300 erbauten Gotteshäuser mit ihren prächtigen Buntglasfenstern: Hier sind sie kunstvoll aus Pralinenschachtelfolien geformt. Der Faszination über so eine künstlerische, filigrane Arbeit tut dies keinen Abbruch. Die prächtigen Kirchbauten, ein Abbild des Paradieses auf Erden. Der Einfluss von Romanik und Gotik war so mächtig, dass beide Baustile im 19. Jahrhundert ihre Auferstehung in Form der Neoromanik und der Neugotik erlebten.

Auch die Christuskirche in Gelsenkirchen-Bismarck, in der die Ausstellung noch bis zum 19. August zu sehen sein wird, ist von 1899 bis 1901 im neugotischen Stil errichtet worden. Sie ist damit der ideale Raum für diese Ausstellung romanischer und gotischer Kirchen im Miniatur-Format. 14 sehr beeindruckende Modelle aus den Jahren 1985 bis 2018 sind in der Christuskirche zu sehen. Für jedes hat Schäfer oft monatelang recherchiert, vorgezeichnet und schließlich aus Papier und einfachen Hilfsmitteln diese kleinen Kunstwerke geschaffen. „Die sind nicht aus einem Guss entstanden, sondern nach und nach gewachsen“, stellt der im eigentlichen Beruf als Programmierer tätige Gelsenkirchener fest. Bis zur endgültigen Fertigstellung hat es manchmal sogar Jahre gedauert, wurden Dächer oder Kirchtürme auch schon mal wieder ab- und ganz neu zusammengebaut.

„Die müsste man unbedingt in ganz Deutschland zeigen“, wünschten sich begeisterte Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung. Besonders beeindruckt waren viele auch von der Innenansicht, die sich beim Blick von unten ins Innere der Minimodelle bietet. Denn die kleinen Kunstwerke sind bodenlos und zeigen so auch die Innenräume mit Gewölben und handgemalten Buntglasfenstern. Der Förderverein der Evangelischen Christuskirche präsentiert diese Modelle und eine Auswahl der Zeichnungen von Rolf Schäfer im Foyer der Christuskirche. Und auch bei diesen Bleistiftzeichnungen tritt die große Faszination des Gelsenkircheners zur Architektur der ausgewählten Sakralbauten deutlich hervor. Damit präsentiert  er ein bedeutendes Kapitel europäischer Kulturgeschichte aus einem originellen Blickwinkel.

Öffnungszeiten sind mittwochs und donnerstags, 15 bis 17 Uhr, und sonntags, 11.15 bis 12 Uhr, sowie nach Absprache: Telefon 0209/ 95 68 05 66, E-Mail: info@foerderverein-christuskirche.de. Der Eintritt ist frei.

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