Als die Zukunft gebaut wurde

Die Evangelische Thomaskirche in Erle ist ein "Big Beautiful Building" des Ruhrgebiets

Pfarrer Peter Spelsberg freut sich über das neue Label an der Tür der Thomaskirche.

Pfarrer Peter Spelsberg freut sich über das neue Label an der Tür der Thomaskirche.

Das Kirchengebäude aus den 1960er Jahren ist als ein Big Beautiful Building der Nachkriegszeit ausgezeichnet worden. FOTOS: CORNELIA FISCHER

Das Kirchengebäude aus den 1960er Jahren ist als ein Big Beautiful Building der Nachkriegszeit ausgezeichnet worden. FOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Big Beautiful Building: Wenn sich ein Gebäude so nennen darf, gibt es allen Grund zur Freude. Der Titel weist darauf hin, dass es sich dabei um ein Bauwerk mit einer besonders ideenreichen Architektur handelt. Ein großes Label ziert nun den Eingang der Evangelischen Thomaskirche an der Suhrkampstraße. Sie wird am 17. November offiziell als ein Big Beautiful Building ausgezeichnet und gehört zu den beispielhaften Bauten aus den 1950er bis 1970er Jahren, deren Architektur aus dem Rahmen fällt.

Bauwerke für eine bessere Zukunft

Nach dem Krieg herrschten Boom-Jahre. Im Ruhrgebiet sowie in anderen Regionen Europas war diese Zeit gekennzeichnet durch Aufschwung und Innovationsgeist. Schulen und Universitäten, Wohnsiedlungen und Kaufhäuser, auch Rathäuser und Kirchen waren Bauwerke für eine bessere Zukunft. Big Beautiful Buildings ist eine Kampagne der Landesinitiative StadtBauKultur NRW. Sie widmet sich dem typologischen Spektrum der Nachkriegsbauten im Ruhrgebiet, das durch die Gebäude und Siedlungsstrukturen stark geprägt wurde. Das Ergebnis der Kampagne zeigt, dass es sich lohnt, die Architektur dieser Bauten aus einem anderen Blickwinkel neu zu entdecken.

Die Thomaskirche in Gelsenkirchen Buer-Erle ist eine von 18 ausgezeichneten Kirchen im Ruhrgebiet. Sie wurde von den Architekten Fred Janowski und Albrecht Egon Wittig Mitte der 1960er Jahre erbaut – eine Zeit, in der die Suburbanisierung und Aufgliederung der Kirchengemeinden Einfluss auf die Stadtentwicklung nahm. Janowski und Wittig entwarfen mit der bugartigen ausgeformten Spitze des östlichen Gebäudeteils, der senkrecht verlaufenden Spitze der Westseite und dem fünfeckigen Grundriss einen prägnanten, hochmodernen Bau.

Auf die Gemeinde ausgelegtes Gesamtkunstwerk

Der Innenraum besticht durch einen hellen, weiträumigen Kirchsaal. Die Initiatoren des Projekts beschreiben auf der Projektwebseite seine Besonderheiten und attestieren dem Architektenduo eine große Experimentierfreudigkeit: „Eine segelartig gefaltete, abgehängte Decke, weiß gestrichenen Wände und ein dunkler Granitboden komplettieren zusammen mit den ebenfalls von den Architekten entworfenen Prinzipalstücken den Raumeindruck. Die östliche Rückwand wurde von Heinz Nickel mit kubischen Betonelementen gestaltet und erscheint je nach Lichteinfall als Kreuzform. Ein kleines Relief mit dem Schutzpatron der katholischen Nachbarkirche St. Suitbert im Vorraum steht als Zeichen ökumenischer Verbundenheit.“

Die Kirchenbänke sind in drei Teilen um das Taufbecken im Zentrum, den Altar und die Kanzel angeordnet und „zeigen die bewusste Abkehr eines liturgisch-hierarchischen Konzepts hin zu einem auf die Gemeinde ausgelegten, baulich realisierten Gesamtkunstwerk.“ Die Thomaskirche steht unter Denkmalschutz und gehört zu den Highlights evangelischer Bauwerke der Evangelischen Kirche von Westfalen, die in den 1960er Jahren gebaut wurden.

Big Beautiful Buildings:
Für alle Interessierte, die die außergewöhnlichsten Bauten der Nachkriegszeit wie die Thomaskirche in der Region entdecken möchten, hat StadtBauKultur NRW auf der Webseite www.bigbeautifulbuildings.de Informationen zu allen ausgezeichneten Gebäuden bereitgestellt.

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