Ein starkes Stück Kirche (2)

„Lieber jetzt anfangen, etwas zu entscheiden, als wenn es irgendwann zu spät ist!“

Jürgen Mosdziel, Apostel-Kirchengemeinde Gelsenkirchen (13.334 Mitglieder, 4 Kirchen, 3 Gemeindehäuser)

Seit Februar 2019 ist Jürgen Mosdziel Presbyter in der Apostel-Kirchengemeinde. Nachgerückt auf eine frei gewordene Stelle, hat sich der gelernte Schreiner von Beginn an Aufgaben innerhalb des Presbyteriums gesucht.

Dass es aber so zeitaufwendig sein würde, im Leitungsgremium der Gemeinde zu sitzen, das hatte der 54-Jährige nicht erwartet. „Ich hab gedacht, so eine Stunde, maximal anderthalb!“ Doch dass die Sitzungen bis in den späten Abend dauern würden, hat ihn dann schon überrascht. Und dann kamen noch weitere Aufgaben auf ihn zu: „Da sind ja nicht nur einmal im Monat die Presbytersitzungen, ich bin mittlerweile schon im Bauausschuss, da trifft man sich dann auch öfter, als ich gedacht hätte.“ Insgesamt 25 Presbyterinnen und Presbyter sind in der zusammengelegten Großgemeinde für die Leitung zuständig.

Zweieinhalb Jahre war Mosdziel zuvor als Küster in der Gemeinde tätig. Als man ihn dann fragte, ob er sich auch das Presbyteramt vorstellen könnte, hat er erst einmal gezögert. „Ein  Jahr lang hab ich mir das gründlich überlegt und dann hab ich irgendwann gesagt, ja, ich mach es.“

Besonders gefällt ihm an dieser neuen Aufgabe, „dass ich als Presbyter Entscheidungen treffen kann, dass ich mit entscheiden kann, wie es in der Gemeinde sein sollte, wie man Leute wieder in die Kirche rein bekommt.“ Beim normalen Sonntagsgottesdienst, das hat er ja auch schon als Küster gesehen, ist die Besucherzahl eher mau.

Gern möchte er daran mitarbeiten, dass neue Gottesdienstformen entwickelt werden, damit sich möglichst viele Gemeindeglieder wieder mehr angesprochen fühlen. Auch die jungen Menschen, die vielleicht lieber am Sonntag länger ausschlafen. „Wir haben jetzt einen Nachteulengottesdienst neu gemacht, seit einem Jahr. Der soll einmal im Quartal stattfinden, am Sonntag um 18 Uhr, da nehme ich auch dran teil.“  

Zur Premiere waren noch nicht so viele da, doch schon beim zweiten Anlauf  kamen auch Jüngere aus der Gemeinde, auch Konfirmanden, denen dieser neuartige Gottesdienst offenbar viel Spaß gemacht hat. „Die haben zugehört, was ich spannend fand, sonst machen die da immer irgendwelchen Unsinn in der Kirche, aber die haben wirklich konzentriert zugehört“, ist Mosdziel noch immer ganz begeistert. Und die Jugendlichen ließen sich sogar dazu bewegen, aktiv mitzumachen, etwa Fürbitten aufzuschreiben, Kerzen anzuzünden.

Solche Erfolgserlebnisse sind natürlich schön, doch es gibt auch schwierige Momente im Leitungsgremium. „Dass man Entscheidungen treffen muss, die einem nicht so passen. Zum Beispiel die Schließung der Pauluskirche.“  Doch bei den immer knapper werdenden finanziellen Mitteln sei das nun mal notwendig. „Lieber jetzt anfangen, etwas zu entscheiden, als wenn es irgendwann zu spät ist!“  Nach diesem Motto will der Neupresbyter gern in seiner Gemeinde auch zukünftig mitwirken.

Und er hofft, dass sich zu den nächsten Presbyteriumswahlen auch junge Menschen aufstellen lassen, damit auch sie dann über die Zukunft der Kirche mitentscheiden.

Text und Foto: Frauke Haardt-Radzik

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