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Mit Emscherwasser getauft

Einer der ältesten Schätze im Kirchenkreis: Der barocke Kanzelaltar aus dem Jahr 1694 in der Alten Kirche Wattenscheid. FOTO: CORNELIA FISCHER

Das Leben im Ruhrgebietskirchenkreis "Gelsenkirchen und Wattenscheid" ist geprägt vom Strukturwandel, einer tiefen Volksfrömmigkeit und der Bodenständigkeit der Menschen.

Die Geschichte des Kirchenkreises geht auf den 4. Februar 1892 zurück. Damals beantragte die "Kreissynode Bochum" eine "Abzweigung der Kirchengemeinden Gelsenkirchens, Wattenscheids, Wanne-Eickel und Hernes". Sie sollten eine eigene "Synode Gelsenkirchen" bilden. Mit den Jahren kamen Kirchengemeinden wie Buer, Horst und Rotthausen hinzu, andere wie Wanne-Eickel und Herne verließen den Kirchenkreis. Während der industriellen Hochblüte der 50er Jahre wurden die vorhandenen Gemeinden zahlenmäßig immer größer und teilten sich auf, so daß immer mehr Gemeinden entstanden.

Von 1989 bis 2006 hatte der Kirchenkreis mit 22 Kirchengemeinden seinen Höchststand erreicht. 2007 haben sich drei Gemeinden im Norden (Buer-Mitte, Hassel-Markus und Buer-Scholven) zur Trinitatis-Kirchengemeinde Buer vereinigt. Zu Pfingsten 2010 haben sich vier Gemeinden im Nordosten (Erle, Resse, Resser Mark und Middelich) zur Christus-Kirchengemeinde Buer vereinigt. Am Reformationsfest 2010 haben sich weitere drei Gemeinden im Südosten (Bismarck, Hüllen und Ückendorf) vereinigt zur Apostel-Kirchengemeinde Gelsenkirchen. Damit ist die Anzahl der Kirchengemeinden auf 15 zurück gegangen. Allerdings wird der Kirchenkreis dadurch nicht kleiner. Der geografische Umfang bleibt. Insgesamt gehen die Mitgliederzahlen seit 1989 zurück. Die Gründe dafür sind in erster Linie in der Bevölkerungsentwicklung zu suchen. Sowohl die Stadt Gelsenkirchen als auch der Stadtteil Bochum-Wattenscheid verzeichnen einen kontinuierlichen Bevölkerungsrückgang.

Heute hat der Kirchenkreis in seinen 15 Kirchengemeinden knapp 95.000 Mitglieder (Stand 31.12.2010). Neben den Stadtbereichen Buer im Norden und Gelsenkirchen in der Mitte gehört auch der größte Teil von Bochum-Wattenscheid zum Kirchenkreis. Der Anteil katholischer und evangelischer Christen in der Bevölkerung ist etwa gleich.

Wer was entscheidet

Der große Sitzungssaal im Kreiskirchenamt ist fast ständig ausgebucht. Hier trifft sich die Hartz IV-Selbsthilfegruppe...
... ebenso wie die Leiterinnen der Kindergärten. FOTOS: KB

Die wichtigsten Gremien des Kirchenkreises sind die Kreissynode und der Kreissynodalvorstand sowie die synodalen Fachausschüsse.

Die Kreissynode ist das höchste beschlussfassende Organ. In der Politik entspricht sie in ihrer Funktion einem Parlament. Stimmberechtigte Mitglieder sind alle Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer, eine entsprechende Anzahl von Laien aus den Presbyterien sowie eine Reihe von berufenen Synodalen für bestimmte Fachbereiche - zum Beispiel eine Religionslehrerin für den Bereich "Schule" usw.

Die Kreissynode kann Beschlüsse fassen, die für alle Kirchengemeinden im Kirchenkreis bindend sind. Sie kann Anträge an die Landeskirche stellen. Und nicht zuletzt entscheidet sie darüber, wie die Einnahmen der Evangelischen Kirche in Gelsenkirchen und Wattenscheid verteilt werden.

Die Kreissynode tagt in der Regel zwei Mal im Jahr. Im Sommer geht es meistens um thematische Schwerpunkte, im Herbst steht die Haushaltsplanung im Mittelpunkt der Tagesordnung. Die Synode entscheidet jedoch nur über die Haushalte der Gemeinsamen Dienste, das sind die Fachbereiche, die übergreifend für den gesamten Kirchenkreis arbeiten, zum Beispiel das Industrie- und Sozialpfarramt oder das Öffentlichkeitsreferat. Für die Kirchengemeinden legt die Kreissynode fest, wieviel Geld sie bekommen. Danch stellen dann die Presbyterien ihre eigenen Haushaltspläne auf. 

Der Kreissynodalvorstand (KSV) wird von der Kreissynode gewählt. Er leitet den Kirchenkreis zwischen den Tagungen der Kreissynode.

Die Mitglieder der synodalen Ausschüsse werden ebenfalls von der Kreissynode gewählt. Sie konzentrieren sich auf ihre Fachgebiete und bereiten die Entscheidungen des KSV oder der Kreissynode mit ihrer Fachkompetenz vor.

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