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Zwischen Ja und Aber

Die Evangelische Kirche hat immer noch ein gebrochenes Verhältnis zur Homosexualität

GELSENKIRCHEN - Über die Kontaktadresse dieser Homepage hat Pfarrerin Katharina Blätgen  einen elektronischen Brief erhalten. Ob es zutreffe, fragte Anita S., dass sich nun auch gleichgeschlechtliche Paare kirchlich trauen lassen können. Sie möchte diesen Schritt mit ihrer Partnerin gehen.

Der Regenbogen schillert in vielen Farben. Nach der biblischen Überlieferung setzte Gott ihn als Zeichen seiner Bündnisses mit den Menschen an den Himmel (1. Mose 9, 13).

Das sei fast richtig, schrieb Pfarrerin Blätgen in ihrer Antwort. Eine klassische Trauung sei es zwar nicht, aber die Evangelische Kirche von Westfalen (EKvW) habe die Möglichkeit geschaffen, eine persönliche Andacht mit gleichgeschlechtlichen Paaren zu feiern. Sie gratulierte Anita S. und ihrer Partnerin zu ihrem Entschluss, ihre Liebe unter Gottes Segen zu stellen und teilte ihnen die Kontaktadresse eines Pfarrers mit, an den sie sich wenden könnten. Auch Pfarrerinnen stünden für dieses Anliegen zu Verfügung.

"Daraufhin erhielt ich eine Antwort voller Hass und Häme", berichtet Blätgen. "Ich wurde aufgefordert, meinen Beruf an den Nagel zu hängen und meine Ordinationsurkunde zurückzugeben. Die Schreiberin hatte nur herausfinden wollen, wie ich zur gleichgeschlechtlichen Liebe stehe, um mich im Falle einer positiven Einstellung gründlich zu beschimpfen."

Seitdem ist Blätgen vorsichtig geworden damit, Kontaktadressen nur aufgrund einer elektronischen Postanfrage weiter zu geben. "Wenn ich eine E-Mail mit einer entsprechenden Anfrage erhalte, bitte ich erst einmal um ein persönliches Gespräch", schildert sie ihre behelfsmäßige Praxis. "Es ist völlig widersinnig, dass gerade schwule und lesbische Paare mich erst einmal von der Ernsthaftigkeit ihres Anliegens überzeugen müssen", sagt sie. "Aber mir fällt kein anderer Weg ein, um meinerseits die Pfarrerinnen und Pfarrer, die dafür aufgeschlossen sind, zu schützen vor dem Hass der Homophoben." 

Damit als Ansprechperson nicht ausschließlich eine Frau zur Verfügung steht, teilt sie sich diese Aufgabe mit Dieter Heisig, dem Synodalassessor (Stellvertreter des Superintendenten) des Kirchenkreises. "Es geht dabei natürlich nicht nur um Fragen der Partnerschaft," sagt Heisig, "auch für andere seelsorgliche Anliegen können wir Kontakte vermitteln." 

Kontakt

Katharina Blätgen, Telefon 0209 - 17 98 440, katharina.blaetgen@kk-ekvw.de 
Dieter Heisig, Telefon 0209 - 17 98 210, dieter.heisig@kk-ekvw.de  

Links

Hier geht es zu Informationen über den Diskussionsstand in der EKvW zur Homosexualität.

Hier geht es zu dem Offenen Brief an Alfred Buß, ehemaliger Präses der EKvW, den bereits Viele unterzeichnet haben.

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