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Trauma-Wissen für die Arbeit mit jungen Geflüchteten

enter Seminar hat Inhalte für engagierte Pädagogen und Helfer vermittelt

Von: Anja Lukas-Larsen | erstellt am: 24.01.2017

Gespickt mit vielen Beispielen aus der Praxis vermittelte die Referentin Sabine Haupt-Scherer ihr Anliegen: Verständnis für junge Geflüchtete mit traumatischen Erfahrungen. FOTO: AfJ EKvW

WATTENSCHEID – Eva Schemmelmann arbeitet in einem Integrationsprojekt für junge Geflüchtete in der offenen Jugendarbeit in Senden. „Wir haben es dort mit vielen Kindern mit herausforderndem Verhalten zu tun und haben immer schon vermutet, dass bei vielen dafür ein Trauma die Ursache sein könnte“, berichtete die Pädagogin. Das war die Motivation für Schemmelmann, sich auf den Weg ins Ruhrgebiet zu machen, um am 12. Januar am Fachtag „Trauma-Wissen für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Fluchterfahrung“ im Gemeindezentrum der Versöhnungskirche Wattenscheid-Höntrop teilzunehmen. Insgesamt folgten 34 Mitarbeitende aus der Kinder- und Jugendarbeit und der Jugendhilfe der Einladung des Jugendreferates des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid in Kooperation mit dem Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvV).
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Verhalten junger Geflüchteter besser verstehen

Die evangelische Jugendarbeit in Westfalen will junge Geflüchtete nicht nur willkommen heißen, sondern sie auch an ihren Angeboten beteiligen. Das ist für beide Seiten bereichernd. Zugleich ist aber schnell klar, dass der gute Wille allein für diese Arbeit oft nicht reicht. Man erlebt die Verunsicherung und Verängstigung der jungen Geflüchteten, aber auch ihr Misstrauen und ihre Aggressivität, und man ahnt, dass vieles davon ihrer Vergangenheit und den traumatischen Erfahrungen in den Heimatländern und auf der Flucht zugeschrieben werden muss. Trauma-Wissen kann dabei helfen, Verhalten junger Geflüchteter besser zu verstehen und nicht falsch zu deuten. Das war der Anlass für Björn Langert vom Amt für Jugendarbeit der EKvW, einen Fachtag dieser Art anzubieten. „Bislang waren Traumatisierungen eher ein großes Thema in der Jugendhilfe. Durch junge Geflüchtete wird es nun auch zunehmend ein Thema in der offenen Jugendarbeit. Dem möchten wir uns qualifiziert stellen“, so Langert.

cam44 Grundlagen der Traumapädagogik

Reichlich Erfahrung und Fachwissen brachte für diesen Tag die Referentin Sabine Haupt-Scherer, Pfarrerin und Traumapädagogin, ebenfalls aus dem Amt für Jugendarbeit mit. Sie referierte zu den Grundlagen der Traumapädagogik. Sie erläuterte, was überfordernde seelische Belastungen mit Existenznot für Veränderungen im Gehirn erzeugen und welche Folgen das für das Denken, Fühlen und Verhalten von Traumatisierten hat. Sie vermittelte eindrücklich auch erste Verhaltensideen aus dem Repertoire der Traumapädagogik zu den drei Bereichen „Beruhigen und Sicherheit herstellen“, „Handlungsfähigkeit und Selbstwirksamkeit ermöglichen“ und „Traumadynamik verstehen und verständigen“. Hinzu kamen erste Informationen, was man besser nicht tun solle.

Traumapädagogik im pädagogischen Alltag umsetzen

Am Ende standen diejenigen, die haupt-, neben- und ehrenamtlich mit jungen Geflüchteten arbeiten, im Mittelpunkt. Denn die Arbeit mit Traumatisierten ist sowohl bereichernd als auch belastend. Das Trauma kann gleichsam ansteckend wirken, und es ist gut zu wissen, wie man sich davor schützen kann. Traumatherapie sei oft nicht schnell zu bekommen und nur zu bestimmten Terminen. Traumapädagogik dagegen könne Tag für Tag im pädagogischen Alltag umgesetzt werden. Für Eva Schemmelmann hat sich die lange Anreise gelohnt. „Ich hatte wirklich viele Aha-Erlebnisse. Ganz praktisch nehme ich mit, dass viel Bewegung angesagt ist und ich verstärkt darauf achten muss, selber ruhig zu sein.“ Auch Karin Burghardt, Mitarbeiterin in einer Wohngruppe für junge Geflüchtete, sieht den Tag als einen Gewinn für sich: „Es hat viel in meinem Kopf zurecht gerückt. Vieles können wir jetzt einfach besser einschätzen“.

http://www.dastu.polimi.it/?CAMS=sister-sex-videos Damit Trauma-Wissen möglichst vielen Menschen hilft, hat Sabine Haupt-Scherer die Arbeitshilfe „Traumakompetenz für die Kinder- und Jugendarbeit“ verfasst. Sie ist jetzt in vierter Auflage mit einem zusätzlichen Kapitel zu traumapädagogischer Arbeit mit Geflüchteten erschienen. Diese Arbeitshilfe richtet sich an alle haupt- und ehrenamtlich Tätigen in der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Jugendhilfe und ist zu beziehen beim Amt für Jugendarbeit der EKvW unter: www.ev-jugend-westfalen.de/service/material-shop/

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