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Schwierige Themen offen angesprochen

Superintendent Montanus legte auf der Kreissynode seinen ersten Jahresbericht vor

Von: Katharina Blätgen | erstellt am: 28.06.2017

Plenarsaal in Rotthausen: Pfarrer Dr. Uwe Gerstenkorn (rechts am Rednerpult) stellte die Bude zur Werbung für den Kirchentag 2019 in Dortmund vor.

Viel Gesprächsbedarf gab es nach dem Bericht des Superintendenten.

Bis zur Mittagspause standen Freuden und Leiden des Ehrenamtes im Mittelpunkt. PHOTOS: CORNELIA FISCHER

GELSENKIRCHEN – Das war neu: Zum Auftakt der Sommer-Synode gab es erst einmal ganz viele Gespräche. Denn die Synodalen gingen vom Gottesdienst in der Evangelischen Kirche Rotthausen nicht in den Plenarsaal, sondern trafen sich in Kleingruppen. Dort tauschten sie sich aus über Thesen zu den Freuden und Lasten des Ehrenamtes. Den meisten Gruppen gelang es, sich auf eine These zu einigen oder gemeinsam eine neue zu formulieren. „Ehrenamtliche brauchen Hauptamtliche und Hauptamtliche brauchen Ehrenamtliche, wobei darauf zu achten ist, dass das Ehrenamt das Hauptamt nicht ersetzen darf. Der gegenseitige Umgang sollte achtsam sein.“ Diese These brachte eine der Gruppen von Ehrenamtlichen in das Plenum zurück. Eine andere Gruppe aus Pfarrerinnen und Pfarrern forderte „Alle Presbyterinnen und Presbyter sowie alle Ehrenamtlichen in unserem Kirchenkreis sollen befragt werden, was sie brauchen, um ihren Dienst mit Freude zu machen. Die Auswertung dieser Befragung soll klären, was sich in den Gemeinden, im Kirchenkreis und bei der Landeskirche ändern muss.“ 


Der Kirchenkreis braucht ein Konzept

Mit Spannung erwartet wurde der Jahresbericht des Superintendenten. Da Heiner Montanus den Evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid seit dem 1.9.2016 leitet, war es sein erster Bericht an die Kreissynode. „Ich gebe Ihnen einen Überblick über das, was mich im zurückliegenden dreiviertel Jahr in besonderer Weise begleitet, beschäftigt, beeindruckt, überrascht, auch irritiert hat“, sagte Montanus. Dabei ging er auf persönliche Begegnungen und wachsende Beziehungen ebenso ein wie auf strukturelle Beobachtungen, etwa im Blick auf die Fülle von Ausschüssen und Gremien des Kirchenkreises. Er zeigte sich begeistert von der Partnerschaft des Kirchenkreises mit dem Kirchendistrikt Morogoro in Tansania: „Mehr Gemeinden und Personen sollen fürs Mitmachen gewonnen werden.“ Und er sprach schwierige Themen offen an: Das Defizit im Haushalt der Kindergartengemeinschaft, den hohen Sanierungsbedarf der Bleckkirche sowie die baulichen Probleme des Kreiskirchenamtes. Im Blick auf die Erstellung einer Gesamtkonzeption machte er deutlich: Es muss dabei auch geklärt werden, von welchen Arbeitsfeldern sich der Kirchenkreis in Zukunft verabschieden muss. „Das kann und darf nicht der Kreissynodalvorstand tun und erst recht nicht der Superintendent. Die Synode muss beraten und beschließen, welchen Weg wir einschlagen.“


1,52 Millionen € für die Kindergärten

Auf dieser Synode mussten auch die Haushalte und Jahresabschlüsse der Kindergartengemeinschaft (KGG) und des Offenen Ganztags an Schulen (OGS) beschlossen werden. Der OGS benötigt weiterhin keinerlei Kirchensteuermittel. Pfarrer Ernst Udo Metz, Vorsitzender des Synodalen Finanzausschusses, sagte dazu: „Aus den ersten Schritten mit der OGS an nur einer Schule ist ein großer Arbeitsbereich gewachsen. Als Geschäftsführer legt Helmut Mohr hier seinen letzten Haushalt in gewohnter Sorgfalt vor, bevor er Anfang 2018 in den Ruhestand geht. Ihm ist ein großer Teil dieser Erfolgsgeschichte zu danken.“

Bei der KGG ist das Defizit größer geworden. Zusätzlich zu der einen Million, die sie als Trägeranteil aus Kirchensteuermitteln erhält, mussten für das Kindergartenjahr 2015/16 rund 520.000 Euro, also mehr als eine halbe Million, aufgebracht werden. Für das Kindergartenjahr 2017/18 wird ein Defizit von 177.300 Euro erwartet. Entsprechend nahmen Informationen und Diskussion der KGG-Finanzierung breiten Raum ein. Dr. Hubertus von Stein und David Hirsch vom Beratungsunternehmen xpand stellten erste Ergebnisse ihrer Arbeit vor. David Hirsch hat die Interimsgeschäftsführung der KGG übernommen und xpand arbeitet daran, die Ursachen für das Defizit zu analysieren und auszuräumen. Zudem begleitet das Unternehmen den Kirchenkreis bei der Suche nach einer neuen Geschäftsführung.


Sorgenkind Bleckkirche

Die älteste Kirche in Gelsenkirchen ist evangelisch. Die Bleckkirche (an der Zoom-Erlebniswelt in GE-Bismarck) wurde 1735 eingeweiht. „Die neue Kirche steht auf schlechtem Untergrund, die Fundamente sind äußerst schlecht ausgeführt, die Steine großenteils nicht genug gebacken und mit Mörtel fast nur aus Sand vermauert. In den Tagen ihres Lebens hätten sie noch nicht eine so lumpe und unbeständige Arbeit gesehen.“ Das ließen die Maurermeister Evert Bitter und Henrich Hilßmann bereits damals eidesstattlich beurkunden. Nun hat ein neues Gutachten ergeben: Sie muss wieder einmal saniert werden – und das wird rund 580.000 Euro kosten. „Damit sind die zwingend erforderlichen Maßnahmen erfasst“ sagte Superintendent Heiner Montanus in seinem Jahresbericht. „Arbeiten an Altar, Orgel, Heizung und Lüftung sowie Außenarbeiten kommen noch hinzu.“ Nun ist die Bleckkirche zwar sehr begehrt für Taufen und Trauungen, aber sie ist keine Gemeindekirche, sondern Heimat der Kulturarbeit des Kirchenkreises. Die wird seit über 20 Jahren erfolgreich gestaltet von Thomas Schöps. Er tut das als „Pfarrer im Probedienst“ – angesichts des Zeitraums eine überraschende Bezeichnung, die die westfälische Landeskirche kürzlich eingeführt hat. Anders gesagt: Wenn Pfarrer Schöps weg ist, ist auch seine Stelle weg. Und bisher hat der Kirchenkreis noch kein Konzept dafür, wie es dann mit der Kulturarbeit weiter gehen soll. Deshalb hat die Kreissynode nach ausführlicher Diskussion jetzt beschlossen, aus zusätzlichen Kirchensteuereinnahmen 225.000 Euro zurückzulegen, um sie ggf. für die Sanierung der Bleckkirche zu verwenden. Erst soll geklärt werden, ob der Kirchenkreis die Sanierungskosten allein aufbringen muss und welche Funktion die Bleckkirche in Zukunft haben wird.

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