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here „Kirche in der Stadt. Wattenscheider Barock und Gelsenkirchener Appell“

follow link Von: Frauke Haardt-Radzik | erstellt am: 06.12.2017

Im Gemeindehaus Altstadt wurde das Buch erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt: (v.l.n.r.) Verlegerin Ulrike Asche-Zeit, Journalist Patrick Buber, Prof. Stefan Goch, Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, Dr. Uta C. Schmidt, Herausgeberin. PHOTO: CORNELIA FISCHER

Ein Gottesdienst an einem ungewöhnlichen Ort. Hier fährt Pfarrer Dieter Heisig auf einem Motorrad zu einem Gottesdienst in die Schalke Arena ein. PHOTO: CORNELIA FISCHER

Im Mai 1981 gab es Proteste gegen die Werksschließung „Thyssen Schalker Verein“ mit einem ökumenischen Straßengottesdienst mitten in Gelsenkirchen. Neben den evangelischen Pastoren Kurt Struppek (mit Glocke) und Dieter Heisig (mit Bart) waren auch Geistliche der katholischen Nachbargemeinde mit dabei. PHOTO:ISG-Gelsenkirchen FS II Nachlass Kampert-1232-04-DEW

GELSENKIRCHEN – 2014 wurde die Idee zu diesem „bebilderten Lesebuch“ geboren. Das Industrie- und Sozialpfarramt des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid feierte gerade 50 - jähriges Jubiläum. Beim Blick zurück kamen Fragen auf, etwa die nach den evangelischen Migranten, besonders der Zuwanderung von Arbeitskräften aus Masuren, die im Laufe der vergangenen Jahrzehnte nach Gelsenkirchen kamen. Auch das Verhältnis der evangelischen Kirche zum Faschismus geriet ins Interesse. Schnell konkretisierte sich der Gedanke: Es sollten Zeitzeugen befragt werden, Erinnerungen gesammelt und aufgeschrieben werden.

Im Auftrag des Evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid haben eine ganze Reihe Autorinnen und Autoren Texte zusammengetragen, wurde viel und eingehend recherchiert.

Für wen ist dieses bebilderte Lesebuch gedacht? „Für alle, die sich für die Geschichte der evangelischen Kirche in Gelsenkirchen und Wattenscheid, Arbeit und Leben, Glaube und Arbeit interessieren“, so Sozialpfarrer Dieter Heisig.

So wird in „Kirche in der Stadt“ deutlich, dass das Industrie- und Sozialpfarramt weit über die Grenzen Gelsenkirchens hinaus wahrgenommen wurde, als es bei der Schließung der Zeche Graf Bismarck Partei ergriff.

 Gelsenkirchen darf nicht sterben

Ebenso wird in dem Buch dargelegt, wie stark sich selbst der damalige Superintendent des Kirchenkreises, Ernst Kluge, 1966 für die betroffene Arbeiterschaft stark machte. Zusammen mit 30 bis 40 evangelischen und katholischen Pfarrern habe sich Kluge auch an der großen Demonstration „Gelsenkirchen darf nicht sterben“ beteiligt. Das, so lässt sich lesen, traf nicht auf ungeteilte Zustimmung seitens der Kirchenleitung in Bielefeld, doch den Pfarrerinnen und Pfarrern vor Ort war das Zusammenstehen mit den Menschen vor Ort eben wichtig.

Bebildertes Lesebuch

Am 29. November stellte Superintendent Heiner Montanus das Buch vor zahlreichem Publikum im Gemeindehaus Altstadt vor. Anfangs hätte er sich besonders durch all die Fotos, Karikaturen, Dokumente und Zeitungsausschnitte hindurchgeblättert. „Und irgendwann habe ich angefangen zu lesen. Da hatte mich das Buch schon längst in seinen Bann gezogen, gepackt“, beschreibt Montanus im Grußwort des Buches die Wirkung, die diese umfangreiche Ansammlung zur Geschichte der evangelischen „Kirche in der Stadt“ zwischen Wattenscheider Barock und Gelsenkirchener Appell auf ihn ausübte. „Ich begegne einer Kirche, die durch die Jahrhunderte hindurch in Verantwortung vor Gott ihren Weg sucht und geht.“ Für die heutigen Herausforderungen heiße dies, das Evangelium zu sagen und aus ihm heraus zu leben. Montanus dankte der Herausgeberin und Mitautorin, Dr. Uta C. Schmidt, für ihre Freude, Beharrlichkeit und den Ideenreichtum, mit denen sie und die vielen weiteren Autorinnen und Autoren dieses Buchprojekt erarbeitet hätten.

see url Protestantismus in den Konflikten der Stadtgesellschaft

Der Titel „bebildertes Lesebuch“ führt tatsächlich leicht in die Irre. Vorgestellt werden auf 224 Seiten und ca. 300 Abbildungen jede Menge sozial-, alltags- und kirchengeschichtliche Forschungsergebnisse. Das Buch zeigt, wie Protestantismus in den Konflikten der Stadtgesellschaft gewirkt hat: als Frömmigkeitskultur, als evangelisches Arbeitermilieu, als national-protestantisches Lager, als soziale Bewegung. Das Buch endet nach einem weiten Rückblick schließlich ganz aktuell, mit dem Gelsenkirchener Appell. Darin appellieren Kirche, Parteien, Wohlfahrtsverbände und der Gewerkschaftsbund gemeinsam an die Verantwortlichen in Land und Bund, für einen längerfristig angelegten sozialen Arbeitsmarkt zu sorgen. „Hierbei zeigt sich die besondere soziale Struktur der Stadt mit ihrer hohen Arbeitslosigkeit“, so Sozialpfarrer Dieter Heisig dazu. „Die Mitarbeit an diesem Appell zeigt, wie evangelischer Glaube in einer Stadt wie Gelsenkirchen ganz praktisch gelebt wird.“

Herausgeberin von „Kirche in der Stadt“ ist Dr. Uta C. Schmidt, erschienen ist es im Arachne Verlag und im Buchhandel erhältlich.

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