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Häuslicher Entlastungsdienst

Hilfe für Angehörige von Menschen mit Demenz in Sicht

Von: Katharina Blätgen | erstellt am: 16.04.2009

Die Qualifizierung für die Betreuung demenziell veränderter Menschen umfasst nicht nur die Handhabung des Rollstuhls, sondern auch den richtigen Umgang mit dem Menschen darin. Schwester Karin Schroeder von der Diakoniestation Ost zeigt, wie es geht. FOTO: CORNELIA FISCHER

Gelsenkirchen – Das Alter bringt Veränderungen im Alltag mit sich. Dazu gehört auch der Umgang mit dem Ehepartner oder den Eltern, die durch Demenz beeinträchtigt sind. Um den Angehörigen dementiell veränderter Menschen Unterstützung zu bieten, hat das Netzwerk mOsaik der Evangelischen Kirchengemeinde Bulmke einen „Häuslichen Entlastungsdienst“ entwickelt. Dabei handelt es sich um ein niederschwelliges Angebot, das von der Bezirksregierung in Düsseldorf anerkannt ist.

Zurzeit durchlaufen 15 Männer und Frauen im Alter von 30 bis 60 Jahren eine 30-stündige Qualifizierung. Nach Abschluss der Maßnahme werden diese ehrenamtlichen Kräfte bei der Bezirksregierung benannt und sind damit berechtigt, Angehörigen von Menschen mit einer Demenz vor Ort zu helfen. „Wir bauen damit keine Konkurrenz gegenüber den ambulanten Diensten auf, denn längerfristig ist der Häusliche Entlastungsdienst eine gute Möglichkeit, den betroffenen Menschen zu Hause zu behalten. Davon profitiert auch die ambulante Pflege“, meint Carmen Frey vom Netzwerk mOsaik.

Und natürlich haben auch die Angehörigen etwas davon, beispielsweise mehr Freizeit. Mit sieben Euro Aufwandsentschädigung pro Stunde, die sie den Ehrenamtlichen bezahlen, sind sie dabei. Selbst bei Pflegestufe Null stehen zwischen 100 und 200 Euro im Monat zur Verfügung, so dass die Angehörigen einen Anspruch auf Rückerstattung der Kosten haben.

Einer der ehrenamtlichen Helfer, die sich gerade ausbilden lassen, ist Michael Lindermann: „Bis Dezember letzten Jahres hatte ich einen Ein-Euro-Job in einem Seniorenheim. Daran wollte ich anknüpfen und mich sinnvoll weiter entwickeln.“ Und so lernt er jetzt einiges über Rücken schonende Pflege, wie man einen Rollstuhl bedient oder wie man einen Menschen mit Demenz beschäftigt. Pfarrerin und Gerontologin Dr. Zuzanna Hanussek erläutert weitere Inhalte: „Die Teilnehmenden bekommen Einblicke in den Prozess des Alterns, informieren sich über medizinische Belange der Demenz und wie man mit kognitiv nicht erreichbaren Menschen kommuniziert. Ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung sind verschiedenen Elemente der Selbsterfahrung und das biographische Arbeiten."

Ende Mai ist die Ausbildung abgeschlossen. In der zweiten Jahreshälfte sind die Ehrenamtlichen dann einsatzbereit. Regelmäßige Fortbildungen werden den Alltag der Ehrenamtlichen begleiten.

Angehörige, die sich für den Häuslichen Entlastungsdienst interessieren oder wer selbst als Helfer mitmachen möchte, sollte sich mit Carmen Frey in Verbindung setzen: Telefon 0209 / 8 65 87, E-Mail: mOsaik-ge@gmx.de. DB

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