Auszubildende der ökumenischen Kirchenmusik präsentierten in der Nicolai-Kirche ihr Können

Gelsenkirchen - Von Bach bis Pachelbel, vom Frühbarock bis zur Moderne. Ein Programmheft gab es bei diesem Emporenkonzert nicht. Stattdessen erfuhren die Besucher durch die abwechselnde Moderation von Andreas Fröhling und Jörg-Stephan Vogel, welche angehende Kirchenmusikerin, Kirchenmusiker welches Stück aus dem breiten Spektrum der deutschen und französischen Orgelmusik als Nächstes spielen würde.

Sechs angehende Kirchenmusiker*innen spielten aus dem breiten Spektrum der deutschen und französischen Orgelmusik.

Etwa 60 Besucherinnen und Besucher verfolgten das Werkstatt - Konzert auf der Orgelempore der Nicolai-Kirche.

Und die sechs Frauen und Männer, die an diesem Abend ihr Können präsentierten, beeindruckten mit einer tollen Bandbreite. Einige haben bereits eine kleine Kirchenmusikstelle, andere sind noch Schülerinnen und Schüler, manche studieren parallel an einer Musikhochschule, andere kommen als Erwerbstätige und möchten nebenbei in einer Gemeinde Orgel spielen.

Diese ökumenische kirchenmusikalische Ausbildung ist in Deutschland einzigartig. An der Bischöflichen Kirchenmusikschule in Essen können dank einer engen Zusammenarbeit mit den Evangelischen Landeskirchen im Rheinland und von Westfalen seit 2020 sowohl katholische als auch evangelische Inhalte der Kirchenmusik erlernt werden. Und die so ausgebildeten Musikerinnen und Musiker können sich dann sowohl in katholischen als auch evangelischen Gemeinden bewerben. Jörg-Stephan Vogel, Leiter der Bischöflichen Kirchenmusikschule Essen, wies auf das breite Spektrum der Musikerinnen und Musiker hin.

Dies zeigte sich auch in der Auswahl der gespielten Stücke: Domenico Zipoli, Johann Sebastian Bach, Johann Pachelbel, Dieterich Buxtehude, Maurice Duruflé, Olivier Messiaen.  Diese Vielfalt kam beim Publikum gut an. Etwa 60 Besucherinnen und Besucher verfolgten das Werkstatt - Konzert auf der Orgelempore der Nicolai-Kirche.

„Einige der angehenden Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker kommen gerade von einer intensiven Werkwoche aus der Abtei Klosterrath bei Kerkrade in den Niederlanden zurück. Dazu wurden auch Ehemalige der Kirchenmusikschule eingeladen. Es ist ein sehr herzliches generationsübergreifendes Miteinander“, schwärmt Andreas Fröhling, Kreiskantor des evangelischen Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid, von diesem besonderen Ausbildungskonzept. Im Rahmen der ökumenischen Ausbildung unterrichtet Fröhling an der Bischöflichen Kirchenmusikschule die Fächer Orgel und Hymnologie.

Beim Emporenkonzert fand dann so etwas wie ein Klassenvorspiel statt. Alle demonstrierten ihr Können, standen auch hinterher in herzlicher Atmosphäre bei Gesprächen zusammen. 

Ein buntes Spektrum, um in den Gemeinden ein vielfältiges Angebot machen zu können. So manche Musikerin und manchen Musiker wird man sicher bald schon auch in evangelischen Gemeinden an der Orgel oder als Chorleiterin oder Chorleiter wiedersehen. 

 

Text: Frauke Haardt-Radzik

Fotos: Cornelia Fischer